Labels

Log of DM5HF

Sonntag, 19. Januar 2020

Transverter aus der Ukraine speziell für Flexradio 6600/6400

Nachdem ich in den vergangenen Jahren schon mit den ukrainischen Transvertern experimentiert hatte, bestand für mich immer das Problem, dass diese in den HF Zweig eingeschleift werden mussten und nicht mit dem Transverter Port nutzbar waren. 

Diesen Umstand hat UR3LMZ nun weiterentwickelt und die Platine, die aus dem Projekt entstanden ist, kann sich meiner Meinung nach sehen lassen:

Das Alugehäuse gab es für 12 Euro aus Shenzen, die Platine misst 90x50mm ohne Buchsen
Die Platine benötigt keinen Abgleich und kann plug and play verwendet werden. Zu beachten ist, dass nicht mehr als 15 mW Input seitens des Transverter Ports auf das Board gegeben werden. Ich erreiche bereits mit der knappen Hälfte die maximalen 12 Watt Output. 

Die Installation des Boards ist relativ einfach:


Bild: https://www.ebay.de/itm/144mhz-to-28mhz-Transverter-HD-for-FLEX-RADIO-VHF-15-W-2m-band-converter/254447041726?ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT&_trksid=p2057872.m2749.l2648 

Im Transverter Menü von SmartSDR habe ich folgende Einstellungen vorgenommen:



Wichtig ist natürlich auch, im Anschluss die richtigen Antennen Anschlüsse auszuwählen. Ich setze auf den Transverter Port A:


Der aus meiner Sicht einzige Nachteil des Transverters liegt im Frequenzdrift. Dieser ist bei 12W Output erheblich, weswegen ich den TRV nur mit 1-3 W betreibe, was sicher auch zu einem besseren IMD Verhalten führt, das konstruktionsbedingt ohnehin einen Kompromiss darstellt. Mit der niedrigen Ausgangsleistung ist der Drift dann ok, wobei ich mir dennoch Gedanken mache, einen 116 MHz TCXO nachzurüsten.

Unter dem Lüfter befindet sich ein kleiner Kühlkörper. Die Montage ist unbedingt mit Wärmeleitpaste auszuführen.
Die Unterseite
Was mir besonders gut gefällt ist, dass ich nun per Fullduplex 2m Funk hören kann, während ich auf 40m FT8 funke. Das finde ich schon genial:

Knapp 90W TX FT8 und gleichzeitig 2m VHF

Der Transverter kann bei eBay beim Verkäufer andreyfan erworben werden. Der Versand benötigt knapp 14 Tage und eine Verzollung war nicht notwendig

Samstag, 4. Januar 2020

160m Sloper mit 15m Länge

Auf 160m QRV zu werden ist nicht sonderlich leicht, wenn das eigene Grundstück keine 1.000 Quadratmeter aufweist. Aus diesem Grund ist die einzige Option, mit entsprechenden (verlustbehafteten) Verkürzungen zu arbeiten. Um die Verluste in Grenzen zu halten, hat sich DK6ED  hinreichend Gedanken gemacht und seine Erfahrungen im Funkamateur 12/19 publiziert.

Da ich einen Hummeltower mit Beam im Garten habe, ging es für mich schnell daran, dem Bauvorschlag zu folgen. Die Antenne ist sehr einfach nachzubauen:

Das Speisekabel wird am Mast bis unter den Beam geführt
Die Antenne ist lediglich 15m lang und wird ca. 45 Grad vom Mast abgespannt. Die Richtung des Drahts kann eine Richtwirkung hervorbringen.
Der Mantel wird oben am Mast am Einspeisepunkt mit dem Mast leitend verbunden
Hier zu sehen ist der Anschluss des Antennenkabels über eine Mantelwellensperre von DX Wire
Danach habe ich das erste 10,2m (+1m für die Abstimmung) lange Drahtteilstück gebaut. Dieses habe ich nicht aus Einzeldraht, sondern aus 3 Drähten angefertigt, um die Bandbreite der Antenne etwas zu erhöhen. Als Spreizer habe ich 50mm Marley Rohr genutzt.
Die Spreizer sind simpel, lediglich 2 Bohrungen im Drahtdurchmesser sind erforderlich, damit die Spreizer nicht rutschen.
Nun kommt der spannende Teil der Arbeit, da eine mächtige Spule mit 218 micro Henry zu wickeln ist. Auf einem 50er Rohr kommen da einige Windungen zusammen. Beachtet werden muss, dass die Messung der Spule in der Luft erfolgen muss und diese nicht auf dem Erdboden liegen darf. Die Messwerte gehen sonst jeweils stark auseinander. 
Der Analyzer FA VA-5 eignet sich für derartige Messungen hervorragend.
Nachdem die Spule erstellt ist, geht es daran, das untere Drahtstück anzufertigen, was ich wiederum mit 3 Drähten und Spreizen realisiert habe.
Der Knoten am Ende kann gelöst werden, um die Antenne auf das optimale SWR zu trimmen.
Nun ist die Antenne fertig und kann aufgegangen werden. Das Ende der Antenne befindet sich etwas 3m über dem Erdboden. Da ich die Drähte einen Meter zu lang gelassen habe, lag der Dip bei der ersten Messung bei 1,6 MHz. Durch gefühlvolles Verkürzen bin ich nun bei trockenem Wetter bei 1.850 MHz SWR Minimum und bei Regen bei knapp 2 MHz. 

Empfehlenswert ist es in jedem Fall, noch 3 ca. 15m lange Radiale am Fußpunkt des Mastes zu montieren und auf dem Boden auszulegen. Davon profitieren SWR und Bandbreite (zumindest bei mir) enorm.

Der KAT 500 von Elecraft tunt die Antenne über das ganze Band, sodass die PA entsprechend betrieben werden kann. Bis 500W SSB hält die Spule, mehr habe ich nicht getestet.
On the Air
Der Einsatzzweck der Antenne liegt für mich hauptsächlich in FT8 Low Power. Ohne Probleme habe ich bereits Entfernungen bis nach Japan (Obacht Splitbetrieb!) überbrücken können, weswegen ich an dieser Stelle DK6ED nochmals für den tollen Beitrag im Funkamateur danke.








Sonntag, 11. August 2019

FT8 Remote mit Flexradio 6600 und Googles Remote Desktop App

Das Flexradio mit SmartSDR eignet sich wirklichgut für Remote Betrieb, der nicht viel Aufwand erfordert. Eine tolle Ergänzung ist dabei Googles Remote Desktop App, die im Browser Chrome als Ad On geladen werden kann. Im Gegensatz zuTeamViewer ist die App nicht nur kostenfrei, sondern lässt sich deutlich einfacher am Tablet steuern. Mit der iPad App kann ich so meine gesamte Station fernsteuern, was besonders mit FT8 Freude bereitet. vergangene Woche war ich mit der Bahn unterwegs und konnte etliche Kontakte loggen.

https://drive.google.com/uc?export=view&id=1Q6bTZTb4lL3COyKsPWtr6mFMTb3OR0We

Sowohl das Flex als auch die PA lassen sich optimal mit DDUTIL v4 steuern. Damit ist von unterwegs jederzeit DX Verkehr auch als Big Gun möglich.


https://drive.google.com/uc?export=view&id=1T5UrFryVIUCG_WXbVWNTzIYra7GS1CgS





Sonntag, 16. Juni 2019

Der neue Vesseltracker AIS Webserver - VT5164

Die Empfänger von Vesseltracker eignen sich sehr gut zur lokalen Beobachtung der aktuellen Bedingungen im 2m Band, da der Frequenzbereich von AIS nur wenige MHz von unserem 2m Band entfernt liegt. Die aktuelle Ausgabe des FUNKAMATEUR berichtet dazu.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1s1PJBeC7tkwZWA2mswuGLMP9RBzbMXe8
Nun war es soweit, dass Vesseltracker mich mit einem neuen RX samt Webserver bedacht hat. Das Gerät verfügt über einen leistungsfähigen AIS RX samt Raspberry Pi als Webserver in einem fast schon winzigen Gehäuse. Der Clou an dem neuen VT5164 ist, dass sich alle Baugruppen in einem Metallgehäuse befinden, was die Erdung des Geräts nun möglich macht. Die Geräte waren zuvor in einem Kunststoff Case, was nicht immer einen störungsfreien Betrieb sicherstellte.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1EBKsCJS7N22R5xhvFGcPj3FElWPpQoag
Insofern ergibt sich nun der Vorteil, dass insbesondere Funkamateure den Empfänger deutlich besser in die Station integrieren können und gleichzeitig kaum noch ein Aussteigen des Webservers bei Sendebetrieb zu befürchten müssen. Well done Vesseltracker!

Montag, 3. Juni 2019

Buddystick, Pacific Antennas PAC-12 und Super Antennas MP1

Portable Antennen sind tolle Begleiter für unterwegs. Leider sind die Produkte oftmals sehr teuer oder in Deutschland nur sehr schwer zu kaufen. Da mir das Konzept von Buddipole und der PAC 12 am besten gefiel, entschied ich mich, auf einen Selbstbau zu setzen.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1VnvyFvxHmBllKbicCKwOf4E8YHn5G7J-
Der Materialaufwand für eine 6m hohe Vertical beträgt ca. 50€ wenn man auf etwas hochwertige Bauteile setzt. Das Packmaß ist mit weniger als 60cm klein genug, um die Antenne entweder auf Flugreisen mitzunehmen oder auf dem Fahrrad zu transportieren.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1x_01yVjWq2zdwDtJaJ9oGgQCoF4nrESD
Die Bauteilliste:

• 6m Stipprute von Decathlon
• Sonnenschirmhalter von Hagebau
• Muffe HT Rohr 75mm mit 2 Kappen von Hagebau
• Blanker Draht 0,75mm2 ca. 3,5m (abisolierter Erdungsdraht) von Hagebau
• Edelstahl Schrauben M5, Muttern und Flügelschrauben von Hagebau
• 2 Krokodilklemmen (alternativ Prüfklemmspitzen) von eBay
• 2 Strahler (40/20m = 4m und 15/10m = 2,2m) jeweils 0,75mm2 von Hagebau 
• 2 Jumper Kabel (40/20m = 1m und 15/10m = 5cm)
• PL Anschluss aus der Bastelkiste
• Mantelwellensperre optional

Der aufwendigste Bauschritt ist sicher die Spule. Die Rillen, damit der Draht nicht verrutscht, habe ich mit dem Dremel eingeschnitten. 
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1I2sdtCAlivDi2UvUArQJiGDh4hHXsiR1
Danach sind die Kappen mit dem Stufenbohrer unten auf 30mm und oben auf 28mm aufzubohren, damit die Spule auf der Stipprute später an der richtigen Stelle saugend sitzt. Alles weitere dürfte sich aus den Bildern erklären.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1o5ILvSB08JxpuSCF83_BOGbhk5CRlPfr
Der Aufbau ist einfach. Steht die Vertical, so ist die Abstimmung erst über das Radial vorzunehmen. Dieses ist 12m lang und wird für das jeweilige Band auf ca. ¼ Lambda von einer Haspel abgerollt. Das Radial sollte von der Vertical schräg nach oben abgespannt werden, sodass sich die Haspel auf ca. 1,5 bis 2m Höhe befindet (wieder verschließbare Kabelbinder direkt am Baum gehen gut). Danach wird mit der Krokodilklemme, die am Strahler befestigt ist, das Rauschmaximum gesucht. Das SWR liegt dort bei ca. 1,2 bis 1,4. Die Punkte auf der Spule fotografiert man sich pro Band am besten mit dem Handy. Die Abrollmarkierungen für das Radial setzt man am besten mit kleinen Kabelbindern. Trotz großer Bedenken ist die Wiederkehrgenauigkeit zu den einzelnen Bändern wirklich verblüffend.
https://drive.google.com/uc?export=view&id=11vNWJXTVs9FSQgstfPyMuuaUOwrzaC_w
Wichtig für den Betrieb ist, dass die Antenne ins freie Feld muss. 3m neben der Hauswand klingen die Bänder wie ausgestorben. KE0OG hat hierzu ein eindrucksvolles Video gedreht, dessen Ergebnis ich nur bestätigen kann:

Und wie ist die Performance im Allgemeinen? Ich muss ehrlich sagen, dass ich mit 100W alle Stationen in SSB arbeiten kann, die ich mit 55 RST hören konnte. Life klingt das so mit dieser Antenne:

Die Station:
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1T77Fd6wPfHOMnVy-Yiz94Uixg0cUedjV
100 Watt und alles auf dem Fahrrad:
https://drive.google.com/uc?export=view&id=1Bv0HWjDvTNdfrRO8zO7a8RTcwojyOdMT


Dienstag, 29. Januar 2019

Remote Operation mit Flexradio 6600, Elecraft KAT und KPA500

Das Thema Remote Operation war für mich das entscheidende Kriterium, mich wieder in der Flexradio Welt einzufinden. Auf den nachfolgenden Zeilen möchte ich die Interaktion der einzelnen Baugruppen darstellen und deren Funktion schlaglichtartig erklären.
Zunächst einmal stelle ich die Station in einem Schaubild dar, aus welchem alle Verbindungen der einzelnen Baugruppen zueinander hervorgehen. Unter dem Bild folgen dann die Erklärungen zur einzelnen Baugruppe und schließlich ein Ablaufplan, wie die Station aus der Ferne gestartet wird.

Vergrößern? Bitte klicken
230 Volt Netz
  • Stellt die Spannungsversorgung sicher
Netzteil Maas SPA-8230
  • 22A Dauerlast bei 12 Volt 
  • Versorgung aller 12 Volt Verbraucher
    https://www.maas-elektronik.com/data/shop/img/1484_01.jpg
Fritz!DECT 210 
  • Steckdose, die per DECT Netz an die Fritzbox 7490 kabellos gekoppelt ist 
  • Durchgangsleistung 3.500 Watt 
  • Dahinter befindet sich eine große Steckdosenleiste, um die einzelnen 230 Volt Verbraucher zu versorgen
    https://avm.de/fileadmin/user_upload/Global/Produkte/FRITZDECT/210/fritzdect_210_left_de_640x600.png
Lenovo X240
  • I5 CPU mit 8GB RAM und 256 GB SSD
  • Stationsnotebook auf Dockingstation
  • Sowohl Stationsrechner als auch Portabelgerät für Remote
  • Verbindung per LAN zu allem Stationszubehör
    https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/41StdvOwZxL._SX425_.jpg
Flexradio 6600
  • Amateurfunk Transceiver bzw. Server
  • 100 Watt RF Output mit Antenna Tuner
  • Verbindung per LAN
    https://flexradio.com/wp-content/uploads/2017/11/6600-300x225.png
ETH002
  • Platine mit 2 Relais, die per LAN gesteuert werden können
  • Integrierter Webserver, der per App (iOS/Android) oder aus dem Browser ferngeschaltet werden kann
  • Verbindung per LAN
    https://cdn.antratek.nl/media/product/bfa/case-for-the-eth002-943.png
SPID Pant8
  • Fernbedienbarer Antennenschalter für 8 Antennen, der am Mast befestigt ist
  • Per USB steuerbares Bedienteil in der Station
  • USB Kabel führt in den USB Webserver Exsys EX-6002
    https://www.wimo.com/bilder/18085_control-unit.jpg


Elecraft KAT500
  • Antennentuner, der SWR 10:1 bis 500 Watt RF und SWR 3:1 bis 1.500 Watt  anpassen kann
  • USB Kabel führt in den USB Webserver Exsys EX-6002
    http://cdn.shopify.com/s/files/1/2029/4979/products/kat500_inside_500_1024x1024.jpg?v=1536760566
Elecraft KPA500
  • 500 Watt RF Endstufe, die kurzzeitig bis zu 700 Watt emittieren kann
  • RS232 zu USB Adapterkabel führt in den USB Webserver Exsys EX-6002
    https://cdn.shopify.com/s/files/1/2029/4979/products/KPA500-front-product_530x@2x.jpg?v=1536758231
Yaesu G1000
  • Rotor am Mast
  • Steuergerät in der Station mit ERC Mini nachgerüstet und damit USB fähig
  • USB Kabel führt in den USB Webserver Exsys EX-6002
    https://www.yaesu.com/ProductImages/G-1000DXA_thumb.jpg
Logilink 8Port
  • LAN Switch für 8 Geräte
  • Verbindet Lenovo, Flexradio, ETH002, Exsys mit FritzRepeater1750e
    https://encrypted-tbn0.gstatic.com/images?q=tbn:ANd9GcTsAA95lsapmtup_BRsvBd75nWobzVZxOpXEfAosm-JApk79VSX
Exsys EX-6002
  • USB Webserver, der bis zu 4 USB Geräte netzwerkfähig macht
  • LAN Anschluss führt auf Logilink 8Port
    http://www.exsys.de/media/images/org/EX-6002.jpg
FritzRepeater 1750e
  • Stellt die Verbindung von der Fritzbox 7490 im Erdgeschoss in das 2. OG per WLAN sicher
    https://avm.de/fileadmin/user_upload/DE/Aktuelles/2014/cebit_thema_fritzwlan_repeater_1750e.jpg
FritzBox 7490
  • Bildet gemeinsam mit dem FritzRepeater das hausinterne WLAN
  • Stellt die Verbindung zum Internet her
  • Gewährt Zugriff über das Internet für alle netzwerkfähigen Komponenten der Station (Port Forwarding) per WLAN: Flexradio 6600, Exsys EX-6002, ETH002
  • Gewährt Zugriff über das Internet per FritzApp für Fritz!DECT210 um die Station einzuschalten (230 Volt)
    https://avm.de/fileadmin/user_upload/Global/Produkte/FRITZBox/7490/fritzbox_7490_front_de_800x350.png

Wie funktioniert der Fernzugriff auf die Amateurfunkstation?

  1. Zunächst wird per FritzApp die Fritz!DECT 210 aktiviert, damit die Stromversorgung der Station eingeschaltet ist
  2. Als nächstes wird per ETH002 App oder aus dem Browser heraus das Relais 1 aktiviert, welches den Remote Power On Eingang des Flexradio 6600 aktiviert. Hierdurch bootet das Flexradio einige Sekunden, bis es betriebsbereit ist 
  3. Nun wird am Remote PC SmartSDR gestartet, per Autostart startet in diesem Moment auch der Exsys EX-6002, damit aus der Ferne auf alle USB Geräte zugegriffen werden kann 
  4. Anschließend erfolgt der Start von DDUtil. Dieses Programm stellt zuverlässig die Verbindung zwischen SmartSDR und Elecrafts KPA und KAT 500 her. Per DDUtil lassen sich sowohl die Endstufe als auch der Tuner ein-/ausschalten und umfassend bedienen (Standby/Operate, Tune, Antennenumschaltung) 
  5. Nun wird PSTRotator gestartet, welches per Fernzugriff die Drehung des Rotors am Mast ermöglicht 
  6. Zuletzt folgt der Start der PAnt8 Software von Spid, um auch die Antennen am Mast umschalten zu können
Und nun kann aus der Ferne ausgiebig dem Funkbetrieb nachgegangen werden!

Samstag, 24. November 2018

Flexradio 6600

Vor bald 10 Jahren startete Flexradio mit dem Flex 3000 und sorgte sukzessive dafür, dass SDRs im Amateurfunk einen zunehmend größeren Anwenderkreis erreichten. Das damalige Motto: "See it, work it, log it" ist bis heute eine wesentliche Handlungsmaxime geblieben, wenngleich der Markt an interessanten Geräten deutlich breiter geworden ist.

Nachdem ich seit 2013 der Flexradio-Welt den Rücken gekehrt habe, begannen 5 spannende Jahre mit HPSDR. Zunächst startete ich mit einem Hermes Anan 100, der nach einiger Zeit durch einen Orion MK I Anan 200d ersetzt wurde.

Der Grund, Flexradio seinerzeit zu verlassen, lag vor allem darin, dass die neue 6000er Gerätegeneration auf SmartSDR basierte, welches damals in den Kinderschuhen steckte. Viele Basis-Funktionen, die bei PowerSDR normal waren, fehlten schlichtweg.

In den letzten 6 Jahren hat sich SmartSDR jedoch in seiner Performance und Funktionsbreite sehr positiv entwickelt. Dazu kam dieses Jahr, dass mit dem Flexradio 6400 und 6600 neue und sehr ansprechende Geräte seitens Flexradio zur Verfügung gestellt wurden.

Nach Abwägung verschiedener Argumente wechselte ich vor einigen Wochen von HPSDR zu SmartSDR und nutze seitdem einen Flex 6600. Im Kern waren nachfolgende Punkte für mich ausschlaggebend:
  • Flexradio setzt auf thin clients, während HPSDR auf fat clients basiert. Hierdurch ist das von mir avisierte Remote-Thema deutlich leichter  zu realisieren. Zudem gibt es eine App, die ich am iPAD nutzen kann, um im heimischen WLAN im gesamten Haus funken zu können. Insgesamt ist der Remote-Betrieb mit einem Flexradio nahezu Plug & Play möglich.
  • iOS App am iPad Pro
  • Das Interfacing externer Hardware kann über das Flex direkt erfolgen. Somit kann ich die beiden USB Ports am Flex dazu verwenden, sowohl Antennenumschalter, Elecraft KAT und KPA 500 in der Bandumschaltung ohne PC zu automatisieren.
  • Der Hardware Support ist im Falle des Falles leichter, als einen Anan gen Indien für MRO zu versenden.
  • Station DM5HF im November 2018 - in der Bedienung funktioniert dieser Aufbau wie ein 500W Transceiver
  • Die GUI von PowerSDR ist meines Erachtens nicht mehr zeitgemäß. SmartSDR ist eine grafisch sehr gelungene Anwendung, welche ich nach 10 Jahren PowerSDR wirklich sehr schätze.
  • GUI SmartSDR unter Windows 10
Nichtsdestotrotz führte der Weggang von HPSDR auch zu Funktionsverlusten, die nicht unerheblich sind:
  • Die Möglichkeit der Predistortion wird es bei Flexradio vermutlich auch mittelfristig nicht geben.
  • Die Diversity Funktion des Anan ab 100d ist mittels Beamforming derzeit konkurrenzlos. Auch hier darf man gespannt sein, ob SmartSDR diese Performance (jemals) erreichen wird.
  • Die Anans bieten Möglichkeiten, die einen wirklichen Experimentalfunkdienst ermöglichen. Der Anan ist letztlich in allen Einstellungen konfigurierbar, kann als VNA genutzt werden und bietet darüber hinaus mit cuSDR und SDRconsole verschiedenste Anwendungsprogramme zur Steuerung der Hardware.
Trotz dieser Verluste habe ich den Umstieg von einem SDR hin zu einem SDR-Server Flex 6600 nicht bereut. Es ist wie so oft im Leben ein Kompromiss, der am Ende davon entschieden wird, wo die persönlichen Präferenzen liegen. Um Amateurfunk besser in das Familien- und Arbeitsleben zu integrieren, ist die Remote Fähigkeit das für mich entscheidende Kriterium.

Sonntag, 8. April 2018

100 Watt Portabelfunken mit Solar-Strom und Buddipole PowerMini

Schon immer war ich vom Portabelfunk begeistert. Im letzten Jahr stieg ich von Bleigel-Akkus auf LiPos um und habe den Schritt keineswegs bereut. Da ich aber auch in Lage sein möchte, längeren 100W Portabelfunk durchzuführen, war es an der Zeit, sich mit dem Thema Solar etwas näher zu befassen. 
Portabelstation mit 100W

Test einer 6m Deltaloop mit 75 Ohm Transformation
Hierfür beschaffte ich bei Wattstunde ein faltbares 120W Modul, das lediglich knapp über 3Kg bei einen sehr kleinen Packmaß auf die Wage bringt. Da ich mit diversen Solarladereglern hinsichtlich des Störpegels schlechte Erfahrungen gemacht habe, kaufte ich in diesem Zuge auch den PowerMini von Buddipole, den Wimo im Angebot führt. Beides zusammen sind zwar fast 500 Euro, jedoch ersetzt dieses System einschließlich eines LiPos oder besser LiFePos ein kleines Stromaggregat. Da neben diesen Dingen auch noch mein KX3, die KXPA100, ein Mast und natürlich verschiedene Drahtantennen mitgeführt werden sollen, kam zu guter letzt auch noch ein Lastenanhänger von BlueBird für mein Fahrrad dazu. Ich schätze es schließlich, portabel vor allem ohne Fahrzeug unterwegs zu sein.
Wattstunde 120W Solarpanel
Heute war es nun soweit, dass die Temperaturen ein erquickliches Maß erreicht hatten, sodass ich den Aufbau zunächst im heimischen Garten testen konnte. An den PowerMini lassen sich alle Geräte per PowerPoles anschließen. Dazu gehört das Solarpanel, der LiPo, der KX3 samt PA sowie eine zweite Last als Option. Trotz der noch tief stehenden Sonne am Vormittag gelang es, eine Ladeleistung von 60W zu generieren. Der PowerMini gibt in Echtzeit viele Infos, wie z.B. auch den Ladestrom. Damit ist die optimale Ausrichtung des Panels ein Kinderspiel. 
Links ist die Akkuspannung sowie der momentane Verbrauch ersichtlich, rechts die Spannung und der Ladestrom des Solarpanels sowie in der dritten Zeile die gesamte geladene Kapazität von aktuell 0,3 Ah

Hier etwas Statistik, Peakleistung des Solarpanels, Akkuverbrauch und Nutzungsdauer
Im praktischen Betrieb schafft die Solaranlage es, mehr Energie zu erzeugen, als der KX3 samt PA bei 100W SSB Betrieb verbrauchen. Da der PowerMini jedoch nur für Bleigelakkus und LiFePo4-Akkus konzipiert ist, muss beim Laden von LiPos vorsichtig vorgegangen werden. Der PowerMini hat einerseits nur eine Ladeschlussspannung von mindestens 13V, was für einen 3-Zellen LiPo mit Nennspannung von 11,1V zu hoch ist. Zudem besitzt der PowerMini keinen Balanceranschluss, weswegen er sich nicht für das kontinuierliche Laden nutzen lässt. Für unterwegs ist er dennoch eine klasse Ergänzung, um verbrauchten Strom wieder nachzuladen. Es gelingt ihm, für Verbraucher 25A zur Verfügung zu stellen und einen Ladestrom bis 10A vom Solarpanel zu schalten. Zudem gibt die Anzeige sehr viele Auskünfte, was schlichtweg interessant ist. Zu Hause nutze ich zum Laden des LiPos ein Balancerladegerät, das den Akku mit bis zu 20A schnell laden kann. Auch entlädt das Gerät den LiPo auf die Lagerspannung, was ich nach jeder Benutzung durchführe. 
Der Mast ist direkt am Anhänger montiert, durch die Koffer verfüge ich über einen guten Tisch. Der PowerMini lässt sich auch bei Sonne sehr gut ablesen.

Testaufbau im Garten, mit 16 Ah LiPo, PowerMini und KX3 Ensemble

Obwohl die Portabelstation mittlerweile schon einen größeren Umfang erreicht hat, lassen sich alle Baugruppen problemlos in den kleinen Lastenanhänger verstauen. Ohne Probleme sind damit auch ausgedehntere Fahrradtouren möglich. 

Samstag, 3. März 2018

vesseltracker @ DM5HF: AIS Client Agathenburg

Seit nunmehr einigen Monaten betreibe ich an meinem Antennenstandort nicht nur Amateurfunk, sondern ich bin auch Spotter im Vesseltracker-Netzwerk. Hierbei empfange ich AIS-Daten, die anschließend ins Internet zu Vesseltracker übertragen werden 

Was ist AIS? Einfach gesagt handelt es sich um eine Art APRS im professionellen Sinne. AIS steht dabei für Automatic Identification System und überträgt neben anderen Informationen vor allem den Standort von meist kommerziell betriebenen Schiffen und Booten. Dabei senden die Schiffe ihre Daten auf 2 Frequenzen im UKW-Seefunk-Bereich:
  • AIS 1 – 161,975 MHz (Kanal 87B)
  • AIS 2 – 162,025 MHz (Kanal 88B)
Wer in der Nähe von Schifffahrtsstraßen wohnt, kann die oft starken Signale problemlos mit einem Empfänger hören und mittels verschiedener Software auch über einen NF-Link am PC oder Smartphone decodieren. Weitere Informationen finden sich z.B. auf Amateurfunk im Alstertal oder bei Radio DARC.

Was ist Vesseltracker? Vesseltracker ist ein Online Dienst des US-Unternehmens Genscape. Auf der Website sehen User im Internet je nach Account Daten über die Schiffe, welche von Spottern weltweit empfangen und ins Internet übertragen werden. Dies ist für Privatpersonen eher ein vergnüglicher Zeitvertreib, für Reeder und andere kommerzielle Unternehmen jedoch eine wichtige Informationsquelle. Die heute eng getaktete Supply Chain erfordert es im gesamten logistischen Prozess, just in time zu wissen, wo sich ein Schiff befindet und wann es mit hoher Wahrscheinlichkeit den nächsten Zielort erreichen wird. Dies ist nicht zuletzt deswegen wichtig, da die Fracht von Schiffen in kurzer Zeit gelöscht werden und anschließend auf der Straße, per Bahn oder Flugzeug zum Empfänger gelangen soll. Jeder der sehnsüchtig auf Pakete aus entfernten Regionen wartet, ist schließlich froh, wenn die Zeitspanne zwischen Bestellung und Lieferung so kurz wie möglich ausfällt.

Wie kann man Spotter werden? Um Vesseltracker mit Informationen zu füttern, kann man auf Anfrage Antennenpartner für Genscape werden. Nach Interessenbekundung, z.B. an meinen Funkfreund Jörg DM4DL (oder an Vesseltracker direkt) erfolgt die Kontaktaufnahme mit dem künftigen Spotter auf und es werden die Details der Zusammenarbeit geklärt. Im Zuge dessen wird ein kleiner Vertrag erstellt, der regelt, dass die betriebsfertige Empfangsausrüstung leihweise zur Verfügung gestellt wird. Im Gegenzug dafür erhält der künftige Spotter den Zugang der sonst kostenpflichtigen Coastal License im Wert von 1.200$ p.a. für die Dauer seiner Spotting-Unterstützung. Im nächsten Schritt wird geklärt, was an Kabeln etc. benötigt wird und wenige Tage später folgt ein großes Paket, welches im Wesentlichen aus folgenden Baugruppen besteht:
  • Kabel und Stecker
  • Antenne
  • AIS Empfänger
  • Raspberry Pi
Die Einrichtung der Pi ist bereits durch Genscape erfolgt. Da ich keinen LAN-Anschluss in meinem Shack besitze, habe ich die Konfiguration WLAN erhalten. Damit speist die Pi die empfangenen Daten per WLAN in mein Gästenetzwerk der Fritzbox ein.

Im Betrieb sieht die Anlage bei mir wie folgt aus:
Ein typisches Empfangsbild meiner Spotting-Station
 Die Empfangstechnik ist hier zu sehen:

Zu sehen ist in gelber Farbe der AIS RX und rechts daneben befindet sich die Pi, welche per LAN mit meinem Fritz Repeater gekoppelt und von dort drahtlos mit der Fritzbox und dem Internet gekoppelt ist

Die Antenne ist natürlich die wichtigste Baugruppe und ist auf meinem Tower die am höchsten montierte Rundstrahlantenne.
Gibt es einen Mehrwert auch für den Amateurfunk selbst? Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten. Es ist möglich, die IP-Adresse der Pi im Heimnetzwerk direkt abzurufen. Auf dem sich dann aufbauenden Bild sieht man jene Schiffe, die durch die eigene Empfangsanlage gesehen werden. Im Internet finden sich schließlich nur die kumulierten Daten, was zur Einschätzung der eigenen Empfangssituation keine Informationen bietet. Auf dem eigenen Empfangsbild gewinnt man schnell einen Eindruck darüber, welche Empfangsentfernungen realisiert werden können. Nun aber zum Nutzwert für den Amateurfunk. Die beiden AIS Frequenzen befinden sich sehr dicht an unserem 2m Band. Damit lassen sich Überreichweiten und angehobene Bedingungen per AIS sehr schnell und zielgerichtet erkennen. Bei mir ist es ein gutes Zeichen, wenn ich nicht nur Schiffe auf der Elbe im Umkreis von 70 Km sehe, teils habe ich schon Schiffe auf der Weser oder auf der Nordsee decodieren können. Dieses Feature ist in der Tat ein Mehrwert, der dem geneigten UKW-Funkamateur gefallen dürfte.

Mittels Zooming lässt sich sehr gut der aktuelle Betrieb im Hamburger Hafen sehen

Schiffe, die empfangen werden können per Klick ausgewählt werden. Für mehr Informationen öffnet sich ein neuer Tab mit detaillierten Infos zu dem jeweiligen Schiff.

Hier ist das just im Moment am weitesten entfernte Schiff zu sehen, welches sich bereits in der Fahrrinne zur Elbe in über 71 Km Entfernung befindet. Insgesamt empfange ich auf diesem Bild 156 verschiedene Schiffe und Boote.

Insgesamt muss ich sagen, dass es mir große Freude bereitet, bequem zu sehen, was sich auf dem Wasser vor meiner Haustür abspielt...