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Log of DM5HF

Sonntag, 8. April 2018

100 Watt Portabelfunken mit Solar-Strom und Buddipole PowerMini

Schon immer war ich vom Portabelfunk begeistert. Im letzten Jahr stieg ich von Bleigel-Akkus auf LiPos um und habe den Schritt keineswegs bereut. Da ich aber auch in Lage sein möchte, längeren 100W Portabelfunk durchzuführen, war es an der Zeit, sich mit dem Thema Solar etwas näher zu befassen. 
Portabelstation mit 100W

Test einer 6m Deltaloop mit 75 Ohm Transformation
Hierfür beschaffte ich bei Wattstunde ein faltbares 120W Modul, das lediglich knapp über 3Kg bei einen sehr kleinen Packmaß auf die Wage bringt. Da ich mit diversen Solarladereglern hinsichtlich des Störpegels schlechte Erfahrungen gemacht habe, kaufte ich in diesem Zuge auch den PowerMini von Buddipole, den Wimo im Angebot führt. Beides zusammen sind zwar fast 500 Euro, jedoch ersetzt dieses System einschließlich eines LiPos oder besser LiFePos ein kleines Stromaggregat. Da neben diesen Dingen auch noch mein KX3, die KXPA100, ein Mast und natürlich verschiedene Drahtantennen mitgeführt werden sollen, kam zu guter letzt auch noch ein Lastenanhänger von BlueBird für mein Fahrrad dazu. Ich schätze es schließlich, portabel vor allem ohne Fahrzeug unterwegs zu sein.
Wattstunde 120W Solarpanel
Heute war es nun soweit, dass die Temperaturen ein erquickliches Maß erreicht hatten, sodass ich den Aufbau zunächst im heimischen Garten testen konnte. An den PowerMini lassen sich alle Geräte per PowerPoles anschließen. Dazu gehört das Solarpanel, der LiPo, der KX3 samt PA sowie eine zweite Last als Option. Trotz der noch tief stehenden Sonne am Vormittag gelang es, eine Ladeleistung von 60W zu generieren. Der PowerMini gibt in Echtzeit viele Infos, wie z.B. auch den Ladestrom. Damit ist die optimale Ausrichtung des Panels ein Kinderspiel. 
Links ist die Akkuspannung sowie der momentane Verbrauch ersichtlich, rechts die Spannung und der Ladestrom des Solarpanels sowie in der dritten Zeile die gesamte geladene Kapazität von aktuell 0,3 Ah

Hier etwas Statistik, Peakleistung des Solarpanels, Akkuverbrauch und Nutzungsdauer
Im praktischen Betrieb schafft die Solaranlage es, mehr Energie zu erzeugen, als der KX3 samt PA bei 100W SSB Betrieb verbrauchen. Da der PowerMini jedoch nur für Bleigelakkus und LiFePo4-Akkus konzipiert ist, muss beim Laden von LiPos vorsichtig vorgegangen werden. Der PowerMini hat einerseits nur eine Ladeschlussspannung von mindestens 13V, was für einen 3-Zellen LiPo mit Nennspannung von 11,1V zu hoch ist. Zudem besitzt der PowerMini keinen Balanceranschluss, weswegen er sich nicht für das kontinuierliche Laden nutzen lässt. Für unterwegs ist er dennoch eine klasse Ergänzung, um verbrauchten Strom wieder nachzuladen. Es gelingt ihm, für Verbraucher 25A zur Verfügung zu stellen und einen Ladestrom bis 10A vom Solarpanel zu schalten. Zudem gibt die Anzeige sehr viele Auskünfte, was schlichtweg interessant ist. Zu Hause nutze ich zum Laden des LiPos ein Balancerladegerät, das den Akku mit bis zu 20A schnell laden kann. Auch entlädt das Gerät den LiPo auf die Lagerspannung, was ich nach jeder Benutzung durchführe. 
Der Mast ist direkt am Anhänger montiert, durch die Koffer verfüge ich über einen guten Tisch. Der PowerMini lässt sich auch bei Sonne sehr gut ablesen.

Testaufbau im Garten, mit 16 Ah LiPo, PowerMini und KX3 Ensemble

Obwohl die Portabelstation mittlerweile schon einen größeren Umfang erreicht hat, lassen sich alle Baugruppen problemlos in den kleinen Lastenanhänger verstauen. Ohne Probleme sind damit auch ausgedehntere Fahrradtouren möglich. 

Samstag, 3. März 2018

vesseltracker @ DM5HF: AIS Client Agathenburg

Seit nunmehr einigen Monaten betreibe ich an meinem Antennenstandort nicht nur Amateurfunk, sondern ich bin auch Spotter im Vesseltracker-Netzwerk. Hierbei empfange ich AIS-Daten, die anschließend ins Internet zu Vesseltracker übertragen werden 

Was ist AIS? Einfach gesagt handelt es sich um eine Art APRS im professionellen Sinne. AIS steht dabei für Automatic Identification System und überträgt neben anderen Informationen vor allem den Standort von meist kommerziell betriebenen Schiffen und Booten. Dabei senden die Schiffe ihre Daten auf 2 Frequenzen im UKW-Seefunk-Bereich:
  • AIS 1 – 161,975 MHz (Kanal 87B)
  • AIS 2 – 162,025 MHz (Kanal 88B)
Wer in der Nähe von Schifffahrtsstraßen wohnt, kann die oft starken Signale problemlos mit einem Empfänger hören und mittels verschiedener Software auch über einen NF-Link am PC oder Smartphone decodieren. Weitere Informationen finden sich z.B. auf Amateurfunk im Alstertal oder bei Radio DARC.

Was ist Vesseltracker? Vesseltracker ist ein Online Dienst des US-Unternehmens Genscape. Auf der Website sehen User im Internet je nach Account Daten über die Schiffe, welche von Spottern weltweit empfangen und ins Internet übertragen werden. Dies ist für Privatpersonen eher ein vergnüglicher Zeitvertreib, für Reeder und andere kommerzielle Unternehmen jedoch eine wichtige Informationsquelle. Die heute eng getaktete Supply Chain erfordert es im gesamten logistischen Prozess, just in time zu wissen, wo sich ein Schiff befindet und wann es mit hoher Wahrscheinlichkeit den nächsten Zielort erreichen wird. Dies ist nicht zuletzt deswegen wichtig, da die Fracht von Schiffen in kurzer Zeit gelöscht werden und anschließend auf der Straße, per Bahn oder Flugzeug zum Empfänger gelangen soll. Jeder der sehnsüchtig auf Pakete aus entfernten Regionen wartet, ist schließlich froh, wenn die Zeitspanne zwischen Bestellung und Lieferung so kurz wie möglich ausfällt.

Wie kann man Spotter werden? Um Vesseltracker mit Informationen zu füttern, kann man auf Anfrage Antennenpartner für Genscape werden. Nach Interessenbekundung, z.B. an meinen Funkfreund Jörg DM4DL (oder an Vesseltracker direkt) erfolgt die Kontaktaufnahme mit dem künftigen Spotter auf und es werden die Details der Zusammenarbeit geklärt. Im Zuge dessen wird ein kleiner Vertrag erstellt, der regelt, dass die betriebsfertige Empfangsausrüstung leihweise zur Verfügung gestellt wird. Im Gegenzug dafür erhält der künftige Spotter den Zugang der sonst kostenpflichtigen Coastal License im Wert von 1.200$ p.a. für die Dauer seiner Spotting-Unterstützung. Im nächsten Schritt wird geklärt, was an Kabeln etc. benötigt wird und wenige Tage später folgt ein großes Paket, welches im Wesentlichen aus folgenden Baugruppen besteht:
  • Kabel und Stecker
  • Antenne
  • AIS Empfänger
  • Raspberry Pi
Die Einrichtung der Pi ist bereits durch Genscape erfolgt. Da ich keinen LAN-Anschluss in meinem Shack besitze, habe ich die Konfiguration WLAN erhalten. Damit speist die Pi die empfangenen Daten per WLAN in mein Gästenetzwerk der Fritzbox ein.

Im Betrieb sieht die Anlage bei mir wie folgt aus:
Ein typisches Empfangsbild meiner Spotting-Station
 Die Empfangstechnik ist hier zu sehen:

Zu sehen ist in gelber Farbe der AIS RX und rechts daneben befindet sich die Pi, welche per LAN mit meinem Fritz Repeater gekoppelt und von dort drahtlos mit der Fritzbox und dem Internet gekoppelt ist

Die Antenne ist natürlich die wichtigste Baugruppe und ist auf meinem Tower die am höchsten montierte Rundstrahlantenne.
Gibt es einen Mehrwert auch für den Amateurfunk selbst? Diese Frage kann ich mit einem ganz klaren Ja beantworten. Es ist möglich, die IP-Adresse der Pi im Heimnetzwerk direkt abzurufen. Auf dem sich dann aufbauenden Bild sieht man jene Schiffe, die durch die eigene Empfangsanlage gesehen werden. Im Internet finden sich schließlich nur die kumulierten Daten, was zur Einschätzung der eigenen Empfangssituation keine Informationen bietet. Auf dem eigenen Empfangsbild gewinnt man schnell einen Eindruck darüber, welche Empfangsentfernungen realisiert werden können. Nun aber zum Nutzwert für den Amateurfunk. Die beiden AIS Frequenzen befinden sich sehr dicht an unserem 2m Band. Damit lassen sich Überreichweiten und angehobene Bedingungen per AIS sehr schnell und zielgerichtet erkennen. Bei mir ist es ein gutes Zeichen, wenn ich nicht nur Schiffe auf der Elbe im Umkreis von 70 Km sehe, teils habe ich schon Schiffe auf der Weser oder auf der Nordsee decodieren können. Dieses Feature ist in der Tat ein Mehrwert, der dem geneigten UKW-Funkamateur gefallen dürfte.

Mittels Zooming lässt sich sehr gut der aktuelle Betrieb im Hamburger Hafen sehen

Schiffe, die empfangen werden können per Klick ausgewählt werden. Für mehr Informationen öffnet sich ein neuer Tab mit detaillierten Infos zu dem jeweiligen Schiff.

Hier ist das just im Moment am weitesten entfernte Schiff zu sehen, welches sich bereits in der Fahrrinne zur Elbe in über 71 Km Entfernung befindet. Insgesamt empfange ich auf diesem Bild 156 verschiedene Schiffe und Boote.

Insgesamt muss ich sagen, dass es mir große Freude bereitet, bequem zu sehen, was sich auf dem Wasser vor meiner Haustür abspielt...

Dienstag, 20. Februar 2018

Elecraft KAT500 - Plug & Play Antennenanpassung für High Power

Zwar bin ich mit meinem seit vielen Jahren genutzten DU1500L Antennentuner sehr zufrieden, jedoch hegte ich im Zuge der zunehmenden Stationsautomatisierung den Wunsch, nach einem automatischen Antennenanpassgerät.

Der Zweck hierfür ist mannigfaltig. Mein Optibeam OB9-5 ist im 10m Band auf den SSB-Bereich optimiert. Dies bedeutet, dass der Bereich FM-Relais bereits ein SWR von über 2 aufweist. Mit dem DU komme ich hier nicht weit, da die Grundinduktivität des Tuners zu groß ist, um eine Verbesserung in der Anpassung bei 29 MHz zu erzielen. Denselben Beam nutze ich zudem außerhalb seiner Spezifikationen auf 30m. Dies kann der DU natürlich, jedoch ist die Abstimmung erwartungsgemäß spitz. Auch bei meinem Rotary Dipole habe ich etwas Abstimmungsbedarf, da sich seine Resonanz bei 7,150 MHz befindet. Insbesondere im Digimode-Bereich benötige ich eine Anpassung, da das SWR hier bereits in Richtung 3 ausfällt.

Da ich mit der HVLA1k3 eine PA betreibe, die problemlos die zulässigen 750W erreicht, muss der Autotuner natürlich High Power verdauen können. An dieser Stelle wird der Markt leider recht überschaubar. Eine Idee wäre natürlich, auf die SPE Expert zu setzen, die bereits ein Anpassgerät beherbergt, wobei mich hier neben der Lieferzeit vor allem der Preis abhielt. Seit vielen Jahren bietet LDG einen 1kW Koppler, der aber in den einschlägigen Foren und Bewertungsportalen recht ambivalent bewertet wird. Zudem ist eine Steuerung via Computer nicht vorgesehen, was mir als SDR-Nutzer weniger behagt. Zuletzt brachte Acom den 04AT auf den Markt, der für die hauseigenen PAs optimiert ist und sicher eine gute Wahl wäre. Jedoch bin ich bei Early Birds immer etwas vorsichtig und knapp 1300€ sind ebenso ein Fakt.

Aufgrund des Namens KAT500 kam ich in meiner Suche eher zufällig auf Elecraft. Dabei stellte ich fest, dass der Tuner von 80 bis 10m bei einem SWR < 3 durchaus 1kW verdaut. Auf 160 und 6m sind es dann noch 600 bzw. 500W. Ein wirklich guter Bonus ist, dass der Tuner von 80 bis 10m ein SWR < 10 regeln kann und dabei 600W Output verkraftet. Letzterer Punkt ist insbesondere ein Plus gegenüber dem internen ATU der Expert, die lediglich ein SWR < 3 anpassen kann.

Hinsichtlich der Automatisierung der Station steht für mich im Vordergrund, auf mechanische Schalter und Knöpfe soweit möglich zu verzichten. Ich sitze in meiner Station vor drei großen Monitoren, weswegen ich alle Funktionen meiner Geräte darauf abbilden möchte. Der KAT500 ist hierfür optimal, da die Elecraft-eigene Software eine Steuerung per USB-Port problemlos zulässt. Zudem lässt sich der KAT500 auch über DDUTIL an PowerSDR anbinden.

Es geht jedoch noch einfacher. Der KAT500 stimmt bei einem Signal von bis zu 100W ab. Hierfür ist außer einem Träger-Signal keine weitere Bedienung erforderlich. Der KAT500 sieht das Signal, schaut innerhalb von Millisekunden in den internen Speicher und geht, sofern er keine Daten finden konnte, in die kurzweilige Abstimmung. Das Ende das Ratterns zeigt an, es kann nun mit der entsprechenden Ausgangsleistung gesendet werden. 

Damit ich meine PA auch nicht zwischen Operate und Standby schalten muss, habe ich den PA-Output meines Anan 200d auf etwa 7W herunter justiert. Das bedeutet, Power-Regler auf 100 in PowerSDR = 7W Output. Die Leistungseinstellung in PowerSDR für Tune habe ich auf 1 festgelegt. Damit emittiert der Anan bei Aktivierung von Tune ca. 100mW. Die HVLA1k3 erzielt bei 100mW Input zwischen 40 und 80W (Stellung Mid, bei High etwas höher, bandabhängig), was optimal für den KAT500 ist.

Es empfiehlt sich, vor dem Standard-Betrieb alle zu nutzenden Frequenzen abzustimmen. Der Vorteil ist, dass diese dann im KAT500 gespeichert sind und eine Abstimmung kaum mehr notwendig ist. Dies hat zudem den Vorteil, wenn man einmal einen Bandwechsel vollzieht, dabei aber vergisst abzustimmen und direkt mit 750W sendet, dass der KAT500 nahezu direkt die gespeicherten Werte selbsttätig einstellt. Dies geschieht in der Praxis so schnell, dass weder die HVLA1K3 oder der KAT500 einen Fehler anzeigen.

Der KAT500 hat zudem die Möglichkeit, bei einem Fehler die PTT-Leitung zur PA zu unterbrechen. Dieses Feature nutze ich bei meinem Aufbau nicht, da die Abstimmung dann nicht zuverlässig funktioniert. Die Überwachung von Fehlern obliegt weiterhin dem LP500.



Im Ergebnis kann ich sagen, dass der KAT500 mit einem Preis um die 900€ eine sinnvolle Stationserweiterung darstellt. Vor allem für Anan 8000 Nutzer könnte dieser Tuner aufgrund der Abmessungen ebenfalls interessant sein, auch wenn keine externe PA genutzt werden soll.

Freitag, 10. November 2017

Ausgangsleistung der RF-Power HVLA 1k3

Nachdem ich mich vor dem Kauf meiner Endstufe auch intensiv mit einzelnen Erfahrungsberichten aus verschiedenen Foren befasst habe, fiel mir auf, dass es hin und wieder Einschätzungen gibt, die der Endstufe die spezifizierte Leistung deutlich absprechen. Teils gehen die Kommentare soweit, dass allenfalls die Hälfte der angegebenen Ausgangsleistung auf Kurzwelle erreicht würde. 

Diesen Umstand wollte ich natürlich nachprüfen, nicht zuletzt, weil die negativen Kommentare stets ohne die Angabe von genauen Messdaten veröffentlicht wurden. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass RF-Power für die Endstufe eine pauschale Ausgangsleistung von 1300 Watt angibt.

Als Messaufbau verwendete ich den Anan 200d mit Zweitonmessung, die direkt aus PowerSDR gestartet werden kann. Gemessen wurde hinter der PA mit einem Telepost LP500. Die Dummyload war eine MFJ 264, der während des Tests auch ziemlich warm wurde.

Die linke Seite zeigt die Grundeinstellungen für den Zweitontest
Damit kamen folgende Messdaten zustande:



Auf die WARC Bänder habe ich verzichtet


Da natürlich auch das Thema IMD3 für die knappe Ressource Frequenz wichtig ist, habe ich die Werte mit und ohne Predistortion ebenfalls ermittelt:



Und so sehen die Messungen in PowerSDR aus:


Predistortion OFF

Predistortion ON


Im Ergebnis werden die pauschalen Leistungsdaten erreicht. Auf 160m kann der Input noch erhöht werden, dann lassen sich sicher auch hier 1 KW erzielen. Aus dem Rahmen fällt lediglich 6m, wobei dieser Punkt für mich keine Rolle spielt und in Deutschland ohnehin vernachlässigbar ist.

Montag, 6. November 2017

DM5HF@youtube: HVLA 1K3 + LP500 + Anan 200d

A small clip produced by DM5HF with focus on the used setup. The clip shows RF-Power HVLA 1K3, Teleposts LP500 and Apache Labs Anan 200d:

Sonntag, 5. November 2017

RF-Power HVLA 1K3

Leider ist es in den vergangenen Monaten etwas ruhig um meinen Blog geworden, aber wie so oft fordern Familie und QRL ihren berechtigten Tribut. Seit nunmehr zwei Monaten habe ich meine geschätzte HVLA 700 gegen die große und neue Schwester 1k3 eingetauscht.


Hierfür waren für mich 2 Punkte entscheidend. Auf der einen Seite wollte ich aufgrund meiner verbesserten Antennensituation die Möglichkeit haben, sendemäßig am legal limit zu arbeiten. Auf der anderen Seite störte es mich, dass die HVLA 700 in meiner Ausführung keine automatische Bandumschaltung besaß.


Die HVLA 1k3 ist mit Blick auf das Äußere eine hervorragend mechanisch verarbeitete Endstufe. Die Abmessungen sind im Vergleich zur HVLA 700 etwas geringer, am Gewicht hat sich jedoch nichts geändert.


Im Betrieb verhält sich die PA erwartungsgemäß. Die Bandumschltung mit dem eigens von Dino entwickelten Interface funktioniert sehr zuverlässig am Anan 200d. Die Einstellung am Anan ist nicht simpel, aber mit dem Manual von Dino problemlos zu bewältigen. Einige Icom User berichten jedoch, dass die Umschaltung an diesen Geräten weniger zuverlässig funktioniert und die Icoms gerne einmal die Banddaten vergessen. Bei PowerSDR besteht diese Herausforderung glücklicherweise nicht.

In voller Pracht bei etwa 900 Watt Ausgangsleistung in die Dummyload
Was die Sendeleistung anbelangt, so ist die PA klaglos in der Lage, bis zu 1.300 Watt zu emittieren. Dann bewegt sich die Endstufe jedoch im Grenzbereich und ist nicht mehr in der Lage, ein sauberes und weitgehend IMD-freies Signal zu erzeugen. Gute IMD-Werte lassen sich jedoch bis 800 Watt erzeugen.

Eine Neuerung an der HVLA 1k3 ist zudem die Bedienung. War bei der HVLA 700 der Netzschalter rückseitig verbaut, was keineswegs ergonomisch ist, so besitzt die große Schwester nun einen frontseitigen Schalter. Zudem können 2 Antennen umgeschalten werden, was ebenfalls den Nutzwert anhebt.

Mittig am oberen Bildrand befindet sich der Messkoppler für Predistortion
Weiterhin hat Dino nun auf die LED Balken zur Leistungsanzeige verzichtet und der Endstufe ein kleines Display verpasst. Dieses zeigt die etwaige Ausgangsleistung und das SWR an. Etwaig daher, weil dem Display eine Unterteilung fehlt und somit nur eine Indikation anstatt konkreter Werte angezeigt wird. Dies finde ich schade, hier ist Expert natürlich deutlich weiter, wobei bei dieser Wertung natürlich der Anschaffungspreis im Auge behalten werden sollte.

Das eher marginale Display

Wie auch bei der HVLA 700 kann die 1k3 auch im Rahmen von Predistortion eingebunden werden. Mein Messkoppler kann klaglos 1 Kilowatt HF verdauen und bereinigt das Signal nachhaltig.

Dinos Interface für die Bandumschaltung Anan => 1k3

Nach den ersten Monaten der Nutzung bin ich mit der PA sehr zufrieden. Der Support bei Rückfragen ist bei Dino stets kurzfristig gegeben. Die spezifizierten Leistungsdaten werden auf allen Bändern erreicht, weswegen in Summa erfolgreichem DX-Betrieb nichts im Wege steht.

Rückseite Anan 200d: Ext1 = Eingang Predistortion, darunter ist das Interface zu 1k3 zu sehen


Montag, 3. Juli 2017

Castle on the air - Aktivierung der Festung Grauerort NBN-072

Im Bereich besonderer Funkziele standen für mich bisher immer die Inseln und WFF Gebiet im Vordergrund. Mitte Juni bekam ich jedoch erstmals etwas von einem COTA-Aktivitätswochenende mit, da ein Hamburger OM das Schloss Agathenburg - direkt bei mir im Ort - erstmals auf den Bändern aktivierte. Damit war der Anlass gegeben, auch selbst eine Aktivierung vorzunehmen.
Am vergangenen Wochenende führte mich der Weg daher zur Festung Grauerort. Die Festung entstand im 19. Jahrhundert unmittelbar am Elbufer mit dem Ziel, feindliche Kriegsschiffe etwa 30 Kilometer vor Hamburg aufzuhalten. An diese kühne Idee, mit einigen großen Kanonen die Elbe sperren zu können, glaubten auch die Befehlshaber seinerzeit nur kurz. Nach wenigen Dekaden stand bereits Ende des 20. Jahrhunderts die Umnutzung der Festung an, die jedoch heute einen wirklich sehenswerten Zustand aufweist.
Bisher wurde Grauerort erst einmal aktiviert und so nutzte ich einen regnerischen Sonntag, um meine 41m Deltaloop am Elbdeich aufzubauen. Dies erfolgte bestimmungsgemäß nur wenige hundert Meter von der Festung entfernt. Da es recht feucht war, nutzte ich abermals den Caddy als Shack, was hinreichend trocken und zugleich bequem war. Wie auf den Bildern erkennbar ist, speise ich die Loop an der Spitze mit Hühnerleiter, die über eine Mantelwellensperre direkt auf den internen ATU der KXPA100 geht. Dieser Aufbau lässt sowohl laute EU-Signale als auch DX zu.
Neben der Loop nutzte ich den Elecraft KX3 samt der zugehörigen PA. Als Energiequelle kam ein 17 Ah LiPo zum Einsatz. Dessen Ladeschlussspannung beträgt bekanntermaßen 12,4V. Nach einer Funkzeit von netto drei Stunden betrug die Spannung immer noch 11,5V und lag damit höher als die Nominalspannung von 11,1V. Bis zum ersten Pileup sendete ich mit 100W und die übrigen zwei Stunden reichten dann 50W. Meine Rapporte waren so gut, dass die 3dD weniger als „Energie-Reserve“ genutzt wurden.
Dies hatte einen konkreten Hintergrund. Bei einer erfolgreichen COTA Aktivierung müssen schließlich 50 QSOs den Weg ins Log finden. Im Vorwege hatte ich vor dieser Zahl durchaus Respekt, der sich aber als unbegründet erwies. Im Ergebnis hatte ich 84 Funkverbindungen herstellen können, damit war das Ziel mehr als erfüllt. Geloggt wurde am Tablet, sodass die ADIF Datei direkt an die deutsche COTA-Gruppe per Email gesendet werden konnte.
Im Ergebnis kann ich sagen, dass eine solche Aktivität sehr kurzweilig ist und durchaus kleine Pileups generiert. Eine Stunde lang waren die Verbindungen fast im Conteststil, was durchaus Freude bereitete.
Auch wenn ich nur 13 Kilometer Wegstrecke zu überwinden hatte, aber die Frage Where do we go next kreist bereits durch meinen Kopf…

Sonntag, 28. Mai 2017

Mit 100 Watt auf den Fahrrad portabel

Heute war es mal wieder so weit. Das Wetter gut, mein Kleiner schlief und ergo war sein Fahrradanhänger zu meiner Verfügung. Also nutzte ich die Gelegenheit, ein paar Kilometer hinaus ins Grüne zu radeln. Kaum angekommen, galt es zunächst einen geeigneten Aufbauort für meine Antennne zu finden. Als Ziel hatte ich mir eine horizontale Deltaloop vorgestellt, die ich mit einem 12m Mast in circa 10 Metern Höhe aufspannen wollte.
Einige Eichen am Wegesrand erleichterten mir diese Prozedur. Etwa 10 Meter gegenüber fanden sich ebenfalls gut nutzbare Holzmasten vom Typ Birke. Um das Unterfangen einfach zu gestalten, suchte ich mir als erstes ein Y Stöckchen aus Holz, welches in das oberste Element des Spiderbeam Masts steckte. Darüber läuft mein Abspannseil, eine Seite in der Hand, auf der anderen Seite ein 200 Gramm schweres Lot. Über den Ast, der am weitesten in den Weg ragte, wurde nun die Schnur sachte samt Gewicht geführt und dieses abgelassen. Nun konnte die Hühnerleiter samt angeschlossener Loop nach oben gezogen werden. Der Rest der Loop lag freilich noch auf dem Boden.

Also nutze ich den Mast ein weiteres Mal, indem ich die Loop in das Y Stück am Mast legte und diesen in einen etwa 13 Meter entfernten Baum einhang. Anschließend wurde die Wegstrecke vom Speisepunkt zu diesem Punkt gestrafft. Nun nutzte ich das Y Stück samt Mast abermals, um die dritte Ecke aufzubauen. Das die Bäume jeweils im Dreieck mit 13 Meter Abstand zueinander stehen, ist ja bekanntlich eher unwahrscheinlich. Also ist der Spiderbeam nun mein dritter Baum, mit dem ich das Konstrukt in optimaler Spannung in die Luft schiebe.
Für den geneigten Leser mag das abenteuerlich klingen, es ist aber eine Arbeit von um und bei 10 Minuten. Und die lohnen. Die Loop lässt sich von 40 - 10m anpassen und spielt hervorragend auf kurzen Distanzen. Tolle QSOs stellten sich ein. Neben einem sehr angenehmen QSO mit Oystein LA7CFA sprach ich auch lange mit Tony G6YPK, der portabel mit 2 Watt sendete. Trotz der geringen Leistung sprachen wir fast 40 Minuten miteinander.
Nachdem ich eine Stunde mit 50W sendete, nutzte die die übrigen 90 Minuten 100W. Meine Startspannung am LiPo betrug 12,6V, wobei ich zum Ende meiner Aktivität noch 11,6V im Köcher hatte. Eine gute Stunde 100W wären also noch möglich gewesen.
Damit war die Kurzaktivität wieder ein gelungener Ausflug und ermunterte zu weiteren Touren. Der KX3 samt KXPA ist einfach ein unschlagbares Ensemble, das aber bei mir vor allem deshalb so gut passt, weil der Akku ein knappes Kilo wiegt und damit mein Fahrrad nicht überlastet.

Montag, 22. Mai 2017

KiwiSDR - Remote RX im Betrieb

Die SDR-Technik ist nicht mehr aufzuhalten. Empfangsqualität, die vor 10 Jahren noch sehr teuer war, lässt sich heute preiswert und mit erstaunlichen Add Ons versehen. Der jüngste Sproß, für den ich mich begeistern konnte, ist der KiwiSDR, der jedoch nur übergangsweise bei mir beheimatet ist. Ziel soll es sein, die AG Schulfunk in Hamburg für das Projekt zu begeistern, um den SWL-Nachwuchs auch mit den modernsten Entwicklungen rund um den Amateurfunk zu motivieren.
Dieser kleine Empfänger ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und umfasst neben dem SDR auch einen Webserver. Damit ist es möglich, nicht nur zu empfangen, sondern den Empfang auch mit anderen Nutzern zu teilen. Bis zu vier Nutzer können sich über das Internet simultan auf den Kiwi schalten und von einander unabhängig lauschen.
Auf das Lauschen allein begrenzt sich der Kiwi jedoch lange nicht. Die Eingabemaske wird auf allen gängigen Webbrowsern vom Smartphone, über das Tablet bis hin zum PC dargestellt und erfordert keine zusätzliche Installation. In dem überall optisch gleichen User Interface ist z.B. auch ein WSPR PlugIn integriert, sodass auch auch hier ein Monitoring stattfinden kann (s.u. links)
Der Aufbau des Kiwi ist simpel. Zugegeben wirkt das Gehäuse eher suboptimal, da es von Kunststoffnieten zusammengehalten wird. Ein kleines 5A Netzteil mit Dauerläufer-Qualitäten empfiehlt sich zum Betrieb, wobei ich mich für ein kleines Meanwell Netzteil entschloss.
Als nächster Schritt ist der Kiwi noch in das heimische WAN zu integrieren, was aber mithilfe der online abrufbaren Unterstützung nach "wenigen" Stunden funktionierte. Da ich im Keller über keinen LAN Anschluss verfüge, gelang es doch tatsächlich, über einen FritzRepeater eine funktionierende Verbindung von der internen IP zur Public IP zu generieren:
Zuletzt muss nur noch eine HF-Antenne angeschlossen werden, die GPS-Antenne ist bereits im Lieferumfang enthalten und bietet eine sehr gute Zeitbasis. Als Antenne nutze ich in Zittau aktuell eine 84m Drahtschleife:
Zu sehen ist der Kiwi hier: KIWI SDR . Mittels click auf den Link können sich vier Benutzer gleichzeitig auf dem Kiwi tummeln. Eine Übersicht an weiter verfügbaren Kiwis und RTL Sticks, die über das Internet angewählt werden können, findet sich hier: www.sdr.hu .