Labels

Log of DM5HF

Dienstag, 20. Februar 2018

Elecraft KAT500 - Plug & Play Antennenanpassung für High Power

Zwar bin ich mit meinem seit vielen Jahren genutzten DU1500L Antennentuner sehr zufrieden, jedoch hegte ich im Zuge der zunehmenden Stationsautomatisierung den Wunsch, nach einem automatischen Antennenanpassgerät.

Der Zweck hierfür ist mannigfaltig. Mein Optibeam OB9-5 ist im 10m Band auf den SSB-Bereich optimiert. Dies bedeutet, dass der Bereich FM-Relais bereits ein SWR von über 2 aufweist. Mit dem DU komme ich hier nicht weit, da die Grundinduktivität des Tuners zu groß ist, um eine Verbesserung in der Anpassung bei 29 MHz zu erzielen. Denselben Beam nutze ich zudem außerhalb seiner Spezifikationen auf 30m. Dies kann der DU natürlich, jedoch ist die Abstimmung erwartungsgemäß spitz. Auch bei meinem Rotary Dipole habe ich etwas Abstimmungsbedarf, da sich seine Resonanz bei 7,150 MHz befindet. Insbesondere im Digimode-Bereich benötige ich eine Anpassung, da das SWR hier bereits in Richtung 3 ausfällt.

Da ich mit der HVLA1k3 eine PA betreibe, die problemlos die zulässigen 750W erreicht, muss der Autotuner natürlich High Power verdauen können. An dieser Stelle wird der Markt leider recht überschaubar. Eine Idee wäre natürlich, auf die SPE Expert zu setzen, die bereits ein Anpassgerät beherbergt, wobei mich hier neben der Lieferzeit vor allem der Preis abhielt. Seit vielen Jahren bietet LDG einen 1kW Koppler, der aber in den einschlägigen Foren und Bewertungsportalen recht ambivalent bewertet wird. Zudem ist eine Steuerung via Computer nicht vorgesehen, was mir als SDR-Nutzer weniger behagt. Zuletzt brachte Acom den 04AT auf den Markt, der für die hauseigenen PAs optimiert ist und sicher eine gute Wahl wäre. Jedoch bin ich bei Early Birds immer etwas vorsichtig und knapp 1300€ sind ebenso ein Fakt.

Aufgrund des Namens KAT500 kam ich in meiner Suche eher zufällig auf Elecraft. Dabei stellte ich fest, dass der Tuner von 80 bis 10m bei einem SWR < 3 durchaus 1kW verdaut. Auf 160 und 6m sind es dann noch 600 bzw. 500W. Ein wirklich guter Bonus ist, dass der Tuner von 80 bis 10m ein SWR < 10 regeln kann und dabei 600W Output verkraftet. Letzterer Punkt ist insbesondere ein Plus gegenüber dem internen ATU der Expert, die lediglich ein SWR < 3 anpassen kann.

Hinsichtlich der Automatisierung der Station steht für mich im Vordergrund, auf mechanische Schalter und Knöpfe soweit möglich zu verzichten. Ich sitze in meiner Station vor drei großen Monitoren, weswegen ich alle Funktionen meiner Geräte darauf abbilden möchte. Der KAT500 ist hierfür optimal, da die Elecraft-eigene Software eine Steuerung per USB-Port problemlos zulässt. Zudem lässt sich der KAT500 auch über DDUTIL an PowerSDR anbinden.

Es geht jedoch noch einfacher. Der KAT500 stimmt bei einem Signal von bis zu 100W ab. Hierfür ist außer einem Träger-Signal keine weitere Bedienung erforderlich. Der KAT500 sieht das Signal, schaut innerhalb von Millisekunden in den internen Speicher und geht, sofern er keine Daten finden konnte, in die kurzweilige Abstimmung. Das Ende das Ratterns zeigt an, es kann nun mit der entsprechenden Ausgangsleistung gesendet werden. 

Damit ich meine PA auch nicht zwischen Operate und Standby schalten muss, habe ich den PA-Output meines Anan 200d auf etwa 7W herunter justiert. Das bedeutet, Power-Regler auf 100 in PowerSDR = 7W Output. Die Leistungseinstellung in PowerSDR für Tune habe ich auf 1 festgelegt. Damit emittiert der Anan bei Aktivierung von Tune ca. 100mW. Die HVLA1k3 erzielt bei 100mW Input zwischen 40 und 80W (Stellung Mid, bei High etwas höher, bandabhängig), was optimal für den KAT500 ist.

Es empfiehlt sich, vor dem Standard-Betrieb alle zu nutzenden Frequenzen abzustimmen. Der Vorteil ist, dass diese dann im KAT500 gespeichert sind und eine Abstimmung kaum mehr notwendig ist. Dies hat zudem den Vorteil, wenn man einmal einen Bandwechsel vollzieht, dabei aber vergisst abzustimmen und direkt mit 750W sendet, dass der KAT500 nahezu direkt die gespeicherten Werte selbsttätig einstellt. Dies geschieht in der Praxis so schnell, dass weder die HVLA1K3 oder der KAT500 einen Fehler anzeigen.

Der KAT500 hat zudem die Möglichkeit, bei einem Fehler die PTT-Leitung zur PA zu unterbrechen. Dieses Feature nutze ich bei meinem Aufbau nicht, da die Abstimmung dann nicht zuverlässig funktioniert. Die Überwachung von Fehlern obliegt weiterhin dem LP500.



Im Ergebnis kann ich sagen, dass der KAT500 mit einem Preis um die 900€ eine sinnvolle Stationserweiterung darstellt. Vor allem für Anan 8000 Nutzer könnte dieser Tuner aufgrund der Abmessungen ebenfalls interessant sein, auch wenn keine externe PA genutzt werden soll.

Freitag, 10. November 2017

Ausgangsleistung der RF-Power HVLA 1k3

Nachdem ich mich vor dem Kauf meiner Endstufe auch intensiv mit einzelnen Erfahrungsberichten aus verschiedenen Foren befasst habe, fiel mir auf, dass es hin und wieder Einschätzungen gibt, die der Endstufe die spezifizierte Leistung deutlich absprechen. Teils gehen die Kommentare soweit, dass allenfalls die Hälfte der angegebenen Ausgangsleistung auf Kurzwelle erreicht würde. 

Diesen Umstand wollte ich natürlich nachprüfen, nicht zuletzt, weil die negativen Kommentare stets ohne die Angabe von genauen Messdaten veröffentlicht wurden. Zunächst einmal ist festzuhalten, dass RF-Power für die Endstufe eine pauschale Ausgangsleistung von 1300 Watt angibt.

Als Messaufbau verwendete ich den Anan 200d mit Zweitonmessung, die direkt aus PowerSDR gestartet werden kann. Gemessen wurde hinter der PA mit einem Telepost LP500. Die Dummyload war eine MFJ 264, der während des Tests auch ziemlich warm wurde.

Die linke Seite zeigt die Grundeinstellungen für den Zweitontest
Damit kamen folgende Messdaten zustande:



Auf die WARC Bänder habe ich verzichtet


Da natürlich auch das Thema IMD3 für die knappe Ressource Frequenz wichtig ist, habe ich die Werte mit und ohne Predistortion ebenfalls ermittelt:



Und so sehen die Messungen in PowerSDR aus:


Predistortion OFF

Predistortion ON


Im Ergebnis werden die pauschalen Leistungsdaten erreicht. Auf 160m kann der Input noch erhöht werden, dann lassen sich sicher auch hier 1 KW erzielen. Aus dem Rahmen fällt lediglich 6m, wobei dieser Punkt für mich keine Rolle spielt und in Deutschland ohnehin vernachlässigbar ist.

Montag, 6. November 2017

DM5HF@youtube: HVLA 1K3 + LP500 + Anan 200d

A small clip produced by DM5HF with focus on the used setup. The clip shows RF-Power HVLA 1K3, Teleposts LP500 and Apache Labs Anan 200d:

Sonntag, 5. November 2017

RF-Power HVLA 1K3

Leider ist es in den vergangenen Monaten etwas ruhig um meinen Blog geworden, aber wie so oft fordern Familie und QRL ihren berechtigten Tribut. Seit nunmehr zwei Monaten habe ich meine geschätzte HVLA 700 gegen die große und neue Schwester 1k3 eingetauscht.


Hierfür waren für mich 2 Punkte entscheidend. Auf der einen Seite wollte ich aufgrund meiner verbesserten Antennensituation die Möglichkeit haben, sendemäßig am legal limit zu arbeiten. Auf der anderen Seite störte es mich, dass die HVLA 700 in meiner Ausführung keine automatische Bandumschaltung besaß.


Die HVLA 1k3 ist mit Blick auf das Äußere eine hervorragend mechanisch verarbeitete Endstufe. Die Abmessungen sind im Vergleich zur HVLA 700 etwas geringer, am Gewicht hat sich jedoch nichts geändert.


Im Betrieb verhält sich die PA erwartungsgemäß. Die Bandumschltung mit dem eigens von Dino entwickelten Interface funktioniert sehr zuverlässig am Anan 200d. Die Einstellung am Anan ist nicht simpel, aber mit dem Manual von Dino problemlos zu bewältigen. Einige Icom User berichten jedoch, dass die Umschaltung an diesen Geräten weniger zuverlässig funktioniert und die Icoms gerne einmal die Banddaten vergessen. Bei PowerSDR besteht diese Herausforderung glücklicherweise nicht.

In voller Pracht bei etwa 900 Watt Ausgangsleistung in die Dummyload
Was die Sendeleistung anbelangt, so ist die PA klaglos in der Lage, bis zu 1.300 Watt zu emittieren. Dann bewegt sich die Endstufe jedoch im Grenzbereich und ist nicht mehr in der Lage, ein sauberes und weitgehend IMD-freies Signal zu erzeugen. Gute IMD-Werte lassen sich jedoch bis 800 Watt erzeugen.

Eine Neuerung an der HVLA 1k3 ist zudem die Bedienung. War bei der HVLA 700 der Netzschalter rückseitig verbaut, was keineswegs ergonomisch ist, so besitzt die große Schwester nun einen frontseitigen Schalter. Zudem können 2 Antennen umgeschalten werden, was ebenfalls den Nutzwert anhebt.

Mittig am oberen Bildrand befindet sich der Messkoppler für Predistortion
Weiterhin hat Dino nun auf die LED Balken zur Leistungsanzeige verzichtet und der Endstufe ein kleines Display verpasst. Dieses zeigt die etwaige Ausgangsleistung und das SWR an. Etwaig daher, weil dem Display eine Unterteilung fehlt und somit nur eine Indikation anstatt konkreter Werte angezeigt wird. Dies finde ich schade, hier ist Expert natürlich deutlich weiter, wobei bei dieser Wertung natürlich der Anschaffungspreis im Auge behalten werden sollte.

Das eher marginale Display

Wie auch bei der HVLA 700 kann die 1k3 auch im Rahmen von Predistortion eingebunden werden. Mein Messkoppler kann klaglos 1 Kilowatt HF verdauen und bereinigt das Signal nachhaltig.

Dinos Interface für die Bandumschaltung Anan => 1k3

Nach den ersten Monaten der Nutzung bin ich mit der PA sehr zufrieden. Der Support bei Rückfragen ist bei Dino stets kurzfristig gegeben. Die spezifizierten Leistungsdaten werden auf allen Bändern erreicht, weswegen in Summa erfolgreichem DX-Betrieb nichts im Wege steht.

Rückseite Anan 200d: Ext1 = Eingang Predistortion, darunter ist das Interface zu 1k3 zu sehen


Montag, 3. Juli 2017

Castle on the air - Aktivierung der Festung Grauerort NBN-072

Im Bereich besonderer Funkziele standen für mich bisher immer die Inseln und WFF Gebiet im Vordergrund. Mitte Juni bekam ich jedoch erstmals etwas von einem COTA-Aktivitätswochenende mit, da ein Hamburger OM das Schloss Agathenburg - direkt bei mir im Ort - erstmals auf den Bändern aktivierte. Damit war der Anlass gegeben, auch selbst eine Aktivierung vorzunehmen.
Am vergangenen Wochenende führte mich der Weg daher zur Festung Grauerort. Die Festung entstand im 19. Jahrhundert unmittelbar am Elbufer mit dem Ziel, feindliche Kriegsschiffe etwa 30 Kilometer vor Hamburg aufzuhalten. An diese kühne Idee, mit einigen großen Kanonen die Elbe sperren zu können, glaubten auch die Befehlshaber seinerzeit nur kurz. Nach wenigen Dekaden stand bereits Ende des 20. Jahrhunderts die Umnutzung der Festung an, die jedoch heute einen wirklich sehenswerten Zustand aufweist.
Bisher wurde Grauerort erst einmal aktiviert und so nutzte ich einen regnerischen Sonntag, um meine 41m Deltaloop am Elbdeich aufzubauen. Dies erfolgte bestimmungsgemäß nur wenige hundert Meter von der Festung entfernt. Da es recht feucht war, nutzte ich abermals den Caddy als Shack, was hinreichend trocken und zugleich bequem war. Wie auf den Bildern erkennbar ist, speise ich die Loop an der Spitze mit Hühnerleiter, die über eine Mantelwellensperre direkt auf den internen ATU der KXPA100 geht. Dieser Aufbau lässt sowohl laute EU-Signale als auch DX zu.
Neben der Loop nutzte ich den Elecraft KX3 samt der zugehörigen PA. Als Energiequelle kam ein 17 Ah LiPo zum Einsatz. Dessen Ladeschlussspannung beträgt bekanntermaßen 12,4V. Nach einer Funkzeit von netto drei Stunden betrug die Spannung immer noch 11,5V und lag damit höher als die Nominalspannung von 11,1V. Bis zum ersten Pileup sendete ich mit 100W und die übrigen zwei Stunden reichten dann 50W. Meine Rapporte waren so gut, dass die 3dD weniger als „Energie-Reserve“ genutzt wurden.
Dies hatte einen konkreten Hintergrund. Bei einer erfolgreichen COTA Aktivierung müssen schließlich 50 QSOs den Weg ins Log finden. Im Vorwege hatte ich vor dieser Zahl durchaus Respekt, der sich aber als unbegründet erwies. Im Ergebnis hatte ich 84 Funkverbindungen herstellen können, damit war das Ziel mehr als erfüllt. Geloggt wurde am Tablet, sodass die ADIF Datei direkt an die deutsche COTA-Gruppe per Email gesendet werden konnte.
Im Ergebnis kann ich sagen, dass eine solche Aktivität sehr kurzweilig ist und durchaus kleine Pileups generiert. Eine Stunde lang waren die Verbindungen fast im Conteststil, was durchaus Freude bereitete.
Auch wenn ich nur 13 Kilometer Wegstrecke zu überwinden hatte, aber die Frage Where do we go next kreist bereits durch meinen Kopf…

Sonntag, 28. Mai 2017

Mit 100 Watt auf den Fahrrad portabel

Heute war es mal wieder so weit. Das Wetter gut, mein Kleiner schlief und ergo war sein Fahrradanhänger zu meiner Verfügung. Also nutzte ich die Gelegenheit, ein paar Kilometer hinaus ins Grüne zu radeln. Kaum angekommen, galt es zunächst einen geeigneten Aufbauort für meine Antennne zu finden. Als Ziel hatte ich mir eine horizontale Deltaloop vorgestellt, die ich mit einem 12m Mast in circa 10 Metern Höhe aufspannen wollte.
Einige Eichen am Wegesrand erleichterten mir diese Prozedur. Etwa 10 Meter gegenüber fanden sich ebenfalls gut nutzbare Holzmasten vom Typ Birke. Um das Unterfangen einfach zu gestalten, suchte ich mir als erstes ein Y Stöckchen aus Holz, welches in das oberste Element des Spiderbeam Masts steckte. Darüber läuft mein Abspannseil, eine Seite in der Hand, auf der anderen Seite ein 200 Gramm schweres Lot. Über den Ast, der am weitesten in den Weg ragte, wurde nun die Schnur sachte samt Gewicht geführt und dieses abgelassen. Nun konnte die Hühnerleiter samt angeschlossener Loop nach oben gezogen werden. Der Rest der Loop lag freilich noch auf dem Boden.

Also nutze ich den Mast ein weiteres Mal, indem ich die Loop in das Y Stück am Mast legte und diesen in einen etwa 13 Meter entfernten Baum einhang. Anschließend wurde die Wegstrecke vom Speisepunkt zu diesem Punkt gestrafft. Nun nutzte ich das Y Stück samt Mast abermals, um die dritte Ecke aufzubauen. Das die Bäume jeweils im Dreieck mit 13 Meter Abstand zueinander stehen, ist ja bekanntlich eher unwahrscheinlich. Also ist der Spiderbeam nun mein dritter Baum, mit dem ich das Konstrukt in optimaler Spannung in die Luft schiebe.
Für den geneigten Leser mag das abenteuerlich klingen, es ist aber eine Arbeit von um und bei 10 Minuten. Und die lohnen. Die Loop lässt sich von 40 - 10m anpassen und spielt hervorragend auf kurzen Distanzen. Tolle QSOs stellten sich ein. Neben einem sehr angenehmen QSO mit Oystein LA7CFA sprach ich auch lange mit Tony G6YPK, der portabel mit 2 Watt sendete. Trotz der geringen Leistung sprachen wir fast 40 Minuten miteinander.
Nachdem ich eine Stunde mit 50W sendete, nutzte die die übrigen 90 Minuten 100W. Meine Startspannung am LiPo betrug 12,6V, wobei ich zum Ende meiner Aktivität noch 11,6V im Köcher hatte. Eine gute Stunde 100W wären also noch möglich gewesen.
Damit war die Kurzaktivität wieder ein gelungener Ausflug und ermunterte zu weiteren Touren. Der KX3 samt KXPA ist einfach ein unschlagbares Ensemble, das aber bei mir vor allem deshalb so gut passt, weil der Akku ein knappes Kilo wiegt und damit mein Fahrrad nicht überlastet.

Montag, 22. Mai 2017

KiwiSDR - Remote RX im Betrieb

Die SDR-Technik ist nicht mehr aufzuhalten. Empfangsqualität, die vor 10 Jahren noch sehr teuer war, lässt sich heute preiswert und mit erstaunlichen Add Ons versehen. Der jüngste Sproß, für den ich mich begeistern konnte, ist der KiwiSDR, der jedoch nur übergangsweise bei mir beheimatet ist. Ziel soll es sein, die AG Schulfunk in Hamburg für das Projekt zu begeistern, um den SWL-Nachwuchs auch mit den modernsten Entwicklungen rund um den Amateurfunk zu motivieren.
Dieser kleine Empfänger ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und umfasst neben dem SDR auch einen Webserver. Damit ist es möglich, nicht nur zu empfangen, sondern den Empfang auch mit anderen Nutzern zu teilen. Bis zu vier Nutzer können sich über das Internet simultan auf den Kiwi schalten und von einander unabhängig lauschen.
Auf das Lauschen allein begrenzt sich der Kiwi jedoch lange nicht. Die Eingabemaske wird auf allen gängigen Webbrowsern vom Smartphone, über das Tablet bis hin zum PC dargestellt und erfordert keine zusätzliche Installation. In dem überall optisch gleichen User Interface ist z.B. auch ein WSPR PlugIn integriert, sodass auch auch hier ein Monitoring stattfinden kann (s.u. links)
Der Aufbau des Kiwi ist simpel. Zugegeben wirkt das Gehäuse eher suboptimal, da es von Kunststoffnieten zusammengehalten wird. Ein kleines 5A Netzteil mit Dauerläufer-Qualitäten empfiehlt sich zum Betrieb, wobei ich mich für ein kleines Meanwell Netzteil entschloss.
Als nächster Schritt ist der Kiwi noch in das heimische WAN zu integrieren, was aber mithilfe der online abrufbaren Unterstützung nach "wenigen" Stunden funktionierte. Da ich im Keller über keinen LAN Anschluss verfüge, gelang es doch tatsächlich, über einen FritzRepeater eine funktionierende Verbindung von der internen IP zur Public IP zu generieren:
Zuletzt muss nur noch eine HF-Antenne angeschlossen werden, die GPS-Antenne ist bereits im Lieferumfang enthalten und bietet eine sehr gute Zeitbasis. Als Antenne nutze ich in Zittau aktuell eine 84m Drahtschleife:
Zu sehen ist der Kiwi hier: KIWI SDR . Mittels click auf den Link können sich vier Benutzer gleichzeitig auf dem Kiwi tummeln. Eine Übersicht an weiter verfügbaren Kiwis und RTL Sticks, die über das Internet angewählt werden können, findet sich hier: www.sdr.hu .

Mittwoch, 3. Mai 2017

LiPo Akku für KX3 und KXPA

Seit mittlerweile vielen Jahren nutze ich beim Funken im /portabel Betrieb die bewährte Technik der Bleigelakkumulatoren. Diese Akkus haben den Vorteil, dass sie in der Beschaffung recht günstig sind und grundsätzlich eine hohe Kapazität zur Verfügung stellen. Darüber hinaus betreibe ich einige meiner Bleigelakkus bei entsprechender Pflege seit mehr als fünf Jahren ohne Probleme (z.B. Yuasa 17 Ah).
Der eindeutige Nachteil von Bleigelakkus liegt im Gewicht. Bezogen auf die Kapazität von 17 Ah muss mit etwa 6 Kg Gewicht gerechnet werden. Damit ist ein solcher Akku in der Regel oft so schwer oder gar schwerer als der Rest der portablen Funkstation. Das Missverhältnis fällt bei Elecrafts Kleingeräten KX3 und KX2 natürlich besonders ungünstig aus.

Als Lösung aus heutiger Sicht ergibt sich der Einsatz von Li-Akkumulatoren. Hier gibt es verschiedene Technologien, z.B. jene mit LiFePO4 oder LiPo. Zwar bieten LiFePO4 Akkus eine Nennspannung von 12 V, allerdings ist ihr Gewicht wiederum höher, als jenes von LiPo Akkus. Letztere verfügen allerdings über eine Nennspannung von lediglich 11,1 V. Insofern wird die Frage, welcher Akkutyp passend ist, vor allem vom verwendeten Equipment beantwortet. Transceiver wie der FT857 benötigen eine Spannung von eher 12 als 11 V, um bestimmungsgemäß zu funktionieren. Hinsichtlich der Nennspannung muss jedoch angemerkt werden, dass die Ladeschlussspannung des LiPo Akkus bei 12,4 V liegt. Das ist auch der Grund, warum ich die Bauart mit 3 Zellen bevorzuge, da ein 4 Zellen Modell eine Nennspannung von 14,8 V aufweist und damit eine Ladeschlussspannung bietet, die deutlich über 15 V liegt und somit einen Spannungswandler oder das temporäre Eischleifen einer Diode erfordert.
Da der KX3 sowie die KXPA 100 mit 11 V noch zuverlässig arbeiten und ich den Aufwand einer Spannungsanpassung scheute, fiel meine Wahl auf ein 3 Zellen Modell mit 11,1 V bei 16.000 mAh und lediglich 1000g Gewicht. Dieser Akku verfügt neben dem klassischen Plus- und Minuspol auch für den Anschluss eines Balancers. Dieser ist notwendig , weil der Ladeprozess bei LiPo Akkus doch komplexer als bei Bleigelakkus ist. Der Balancer wird an ein entsprechendes Ladegerät angeschlossen und sorgt dafür, dass alle 3 Zellen dieselbe Spannung am Ende des Ladevorgangs aufweisen.
Als Ladegerät habe ich ein Junsi iCharger 208B beschafft, das in der Lage ist, bis zu 8 Zellen mit einem entsprechenden Balancerboard zu laden. Abhängig vom genutzten Netzteil (ja, dieses ist zusätzlich notwendig) kann der Ladestrom bis zu 30 A betragen.
Ähnlich wie bei Bleigel Akkus ist das Thema Pflege auch bei LiPos wichtig. Neben einem sorgsamen Umgang, was insbesondere mechanische Einwirkungen betrifft, ist es zudem wichtig, die Akkus ab einer Dauer von 1 - 2 Tagen auf eine Lagerspannung zu laden oder zu entladen. Diese beträgt bei LiPos 3,85V pro Zelle. Der Junsi hat hierfür ein das Programm STORAGE und stellt die entsprechende Spannung zuverlässig ein. Wird der Akku benötigt, so kann dieser in der Regel mit 1C, also in meinem Fall mit 16 A Ladestrom auf die Ladeschlussspannung gebracht werden. Ein weiterer Punkt betrifft das tiefe Entladen. Die Spannung pro Zelle sollte keinesfalls unter 3,3 V sinken. Insofern ist eine Spannungsanzeige, wie beim KX3 implementiert, sehr zweckmäßig, um bei spätestens 10 V den Betrieb einzustellen.
Im praktischen Betrieb kann ich etwa 2h ambitioniert SSB mit 100W aus der KXPA 100 senden. Dann ist die Spannung von 12,4 V auf etwa 11,5 V abgesunken. Für weitere 2 h lässt sich der Betrieb mit 50W fortführen. Dies war das Ergebnis nach dem ersten Test und muss sicher langfristig genauer betrachtet werden.

Sonntag, 9. April 2017

Yaesu FTM-100DE - portabel auf dem Fahrrad

Kaum sind die Temperaturen wieder angenehm, zieht es mich wieder nach außerhalb. Zwar war ich dieses Jahr noch nicht auf Kurzwelle portabel qrv, doch auf UKW folgte heute der Auftakt. Hierfür gab es auch eine Erweiterung in der heimischen Station, indem ich mir vor 3 Wochen einen FTM-100 zulegte.

Der Kauf hatte verschiedene Gründe. Da ich auf UKW FM recht abstinent war, wollte ich etwas mehr Verbindung zu den Funkamateuren im Alten Land halten. Dazu kam, dass mich auch die digitalen Modi auf UKW interessierten und ich C4FM aufgrund der schon ausgeklügelten Marketing-Strategie von Yaesu für eine durchaus zukunftsfähige Sendeart halte. Weiterhin war mir wichtig, auch wieder in APRS qrv zu sein und das mit möglichst wenig Aufwand. Mit Grauen erinnere ich mich an mein TMD-710 mit serieller GPS-Maus und der damit einhergehenden Kabelage. Der letzte für mich entscheidende Punkt war der Preis. D-Star hätte ich ebenfalls interessant gefunden, nur war mir die Preispolitik seitens Icom schlichtweg zu teuer.

Nachdem Auspacken war mein erster Eindruck positiv. Es gibt nämlich anbei einen Display-Halter und ein Verlängerungskabel für den abgesetzten Betrieb. Die Verarbeitung vom Gerät ist in weiten Teilen in Ordnung, insofern passen Preis und Leistung in jedem Fall. Schade finde ich bis dato, dass sich das Mikrofon nicht am Bedienteil anschließen lässt, was den Absetzgedanken doch nachhaltig schmälert. Weiterhin ist es leider auch nicht möglich, parallel APRS und Sprechfunk zu betreiben, wie es seinerzeit bei meinem Kenwood der Fall war. Dafür aber kostet der Yaesu auch nur einen Bruchteil.
Hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten bei dem kleinen Gerät gibt es kaum Grenzen. Neben dem klassischen Betrieb in der Station plane ich, den Yaesu im Sommer auch auf dem Boot auf der Elbe zu nutzen. Eine weitere schöne Sache ist es, den FTM-100 auf dem Fahrrad zu nutzen.
Hierzu montierte ich mir eine Diamond NR-770 auf dem Anhänger für meinen Sohn, in welchem sich auch Platz für das Kerngerät samt 17Ah Akku fand.
Das Bedienteil fand ergonomisch angeordnet Platz am Lenker. Damit ist zwar kein Sprechfunk während der Fahrt möglich, da das Mikrofon zu weit entfernt ist, aber der APRS Betrieb geht wunderbar. Werden Pausen eingelegt, so kann natürlich bequem auf den einzelnen Frequenzen gefunkt werden. Das Absetzkabel lässt sich übrigens mittels wieder verschließbarer Kabelbinder in wenigen Minuten sicher fixieren.
Nach den ersten Wochen habe ich meine Kaufentscheidung nicht bereut. Das Funkgerät erfüllt alle gewünschten Zwecke, die Bedienung ist nachvollziehbar und auch Betrieb in C4FM ist eine neue wie interessante Erfahrung. Auf 145,400 MHz treffen sich zudem täglich die Funkamateure des Alten Landes und des Raumes Stade, sodass Funkspaß regelmäßig garantiert ist.

Montag, 20. Februar 2017

WSPR auf 630m - Aktivantenne & OB9-5 am Anan 200d

Wie sich die Zuteilung der knappen Ressource Frequenz über nunmehr einhundert Jahre entwickelt hat, ist faszinierend. Wurden zu Beginn der Ära, die um den Äther kreiste, hohe Frequenzen als nutzlos erachtet, so dauerte es nicht lange, bis die Forschung den Gegenbeweis lieferte. Megahertz um Megahertz wurde so zunehmend institutionell dominiert oder kommerziell kapitalisiert. Für den Amateurfunk blieben in der Regel dann nur noch Restbereiche, wo sich zuvor allerlei Experimentalfunk tummeln konnte. Doch seitdem die unteren Frequenzen nach jahrzehntelanger intensiver Nutzung an Bedeutung verlieren, setzt eine gewisse Gegenbewegung ein. Nicht nur das 137KHz Band ist den Funkamateuren zugesprochen worden, auch ein Teil der Mittelwelle um 475KHz darf seit einiger Zeit wieder durch uns sendeseitig genutzt werden.
Seit einiger Zeit interessiert mich dieser Frequenzbereich, da ich hier in meiner Jugend bereits viele Höreindrücke gesammlet hatte. Den Bereich um 137KHz verwarf ich, da der Aufwand doch recht hoch ist, bedenkt man eines Tages auf dem Band auch senden zu wollen. Da das 630m Band auch bereits unter den WSPR Usern fest erschlossen worden ist, lege ich derzeit auf diesen Bereich mein Aufenmerk.
Für mich steht zunächst einmal der reine Bakenempfang im Fokus. Der Anan 200d ist hierzu aufgrund seiner hervorragenden Empfänger insbesondere geeignet. Mit 2 ADC besteht die Möglichkeit, WSPR Signale zeitgleich an zwei verschiedenen Antenne zu empfangen.
Als Antenne verwende ich einerseits eine PA0NHC Aktivantenne, die ich bei http://transverters-store.com via eBay in der Ukraine geordert habe. Die zweite Antenne, und das ist schon erstaunlich, bildet mein Optibeam OB9-5. Obwohl die Antenne für die höheren Kurzwellenbänder spezifiziert ist, empfängt der Beam auf 630m sehr gut.
Nachdem ich die Anlage mehrere Nächte am Wochenende habe laufen lassen, ergibt sich stets ein 3 bis 4 dB geringeres Signal der empfangenen WSPR Baken an der Aktivantenne im Vergleich zum Beam. Was jedoch auffällt ist, dass der Signal-Rauschabstand bei der Aktivantenne deutlich besser ausfällt, als beim Optibeam. Insofern gelang es mir bis dato mit der Aktivantenne, nahezu so viele Stationen in WSPR zu decodieren, wie mit dem Beam. Nur in Grenzsituationen entscheiden die 3 bis 4 dB über hören oder nicht hören. So konnte ich mit dem Beam bereits zwei Stationen aus den USA empfangen, was mir mit der Mini Whip nicht gelang.
Einen zeitgleichen Empfangseindruck vermittelt das folgende Bild:

Insgesamt komme ich zum Ergebnis, dass bereits der Empfang auf 630m beeindruckend ist. Bedenkt man den Aufwand, den einige OM weltweit betreiben müssen, um vielleicht ein halbes oder ein Watt EIRP abstrahlen zu können. Der Anan 200d ist in jedem Fall ein sehr guter RX auf Mittelwelle, auch wenn er hierfür keine spezifizierten Filter bietet. Sicherlich lässt sich der Empfang weiter optimieren, da der Anan es zulässt, ein manuelles Filter per BNC Stecker rückseitig in den Empfangskreis einzubinden.

Im nächsten Schritt, und das wird dauern, soll der Anan auch auf 630m auf Sendung gehen. Sendeseitig stellt der Frequenzbereich kein Problem für den Anan dar. Nur eignen sich weder die Whip noch der Beam als Sendeantennen. Den Beam bekomme ich am Tuner auf etwa 1:3 SWR angepasst, was mit mit enormen Verlusten verbunden ist und demnach kaum Aussicht auf Erfolg hat. Insofern muss absehbar ein ausgedientes Gartenfass zum Variometer umgebaut werden...