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Log of DM5HF

Montag, 3. Juli 2017

Castle on the air - Aktivierung der Festung Grauerort NBN-072

Im Bereich besonderer Funkziele standen für mich bisher immer die Inseln und WFF Gebiet im Vordergrund. Mitte Juni bekam ich jedoch erstmals etwas von einem COTA-Aktivitätswochenende mit, da ein Hamburger OM das Schloss Agathenburg - direkt bei mir im Ort - erstmals auf den Bändern aktivierte. Damit war der Anlass gegeben, auch selbst eine Aktivierung vorzunehmen.
Am vergangenen Wochenende führte mich der Weg daher zur Festung Grauerort. Die Festung entstand im 19. Jahrhundert unmittelbar am Elbufer mit dem Ziel, feindliche Kriegsschiffe etwa 30 Kilometer vor Hamburg aufzuhalten. An diese kühne Idee, mit einigen großen Kanonen die Elbe sperren zu können, glaubten auch die Befehlshaber seinerzeit nur kurz. Nach wenigen Dekaden stand bereits Ende des 20. Jahrhunderts die Umnutzung der Festung an, die jedoch heute einen wirklich sehenswerten Zustand aufweist.
Bisher wurde Grauerort erst einmal aktiviert und so nutzte ich einen regnerischen Sonntag, um meine 41m Deltaloop am Elbdeich aufzubauen. Dies erfolgte bestimmungsgemäß nur wenige hundert Meter von der Festung entfernt. Da es recht feucht war, nutzte ich abermals den Caddy als Shack, was hinreichend trocken und zugleich bequem war. Wie auf den Bildern erkennbar ist, speise ich die Loop an der Spitze mit Hühnerleiter, die über eine Mantelwellensperre direkt auf den internen ATU der KXPA100 geht. Dieser Aufbau lässt sowohl laute EU-Signale als auch DX zu.
Neben der Loop nutzte ich den Elecraft KX3 samt der zugehörigen PA. Als Energiequelle kam ein 17 Ah LiPo zum Einsatz. Dessen Ladeschlussspannung beträgt bekanntermaßen 12,4V. Nach einer Funkzeit von netto drei Stunden betrug die Spannung immer noch 11,5V und lag damit höher als die Nominalspannung von 11,1V. Bis zum ersten Pileup sendete ich mit 100W und die übrigen zwei Stunden reichten dann 50W. Meine Rapporte waren so gut, dass die 3dD weniger als „Energie-Reserve“ genutzt wurden.
Dies hatte einen konkreten Hintergrund. Bei einer erfolgreichen COTA Aktivierung müssen schließlich 50 QSOs den Weg ins Log finden. Im Vorwege hatte ich vor dieser Zahl durchaus Respekt, der sich aber als unbegründet erwies. Im Ergebnis hatte ich 84 Funkverbindungen herstellen können, damit war das Ziel mehr als erfüllt. Geloggt wurde am Tablet, sodass die ADIF Datei direkt an die deutsche COTA-Gruppe per Email gesendet werden konnte.
Im Ergebnis kann ich sagen, dass eine solche Aktivität sehr kurzweilig ist und durchaus kleine Pileups generiert. Eine Stunde lang waren die Verbindungen fast im Conteststil, was durchaus Freude bereitete.
Auch wenn ich nur 13 Kilometer Wegstrecke zu überwinden hatte, aber die Frage Where do we go next kreist bereits durch meinen Kopf…

Sonntag, 28. Mai 2017

Mit 100 Watt auf den Fahrrad portabel

Heute war es mal wieder so weit. Das Wetter gut, mein Kleiner schlief und ergo war sein Fahrradanhänger zu meiner Verfügung. Also nutzte ich die Gelegenheit, ein paar Kilometer hinaus ins Grüne zu radeln. Kaum angekommen, galt es zunächst einen geeigneten Aufbauort für meine Antennne zu finden. Als Ziel hatte ich mir eine horizontale Deltaloop vorgestellt, die ich mit einem 12m Mast in circa 10 Metern Höhe aufspannen wollte.
Einige Eichen am Wegesrand erleichterten mir diese Prozedur. Etwa 10 Meter gegenüber fanden sich ebenfalls gut nutzbare Holzmasten vom Typ Birke. Um das Unterfangen einfach zu gestalten, suchte ich mir als erstes ein Y Stöckchen aus Holz, welches in das oberste Element des Spiderbeam Masts steckte. Darüber läuft mein Abspannseil, eine Seite in der Hand, auf der anderen Seite ein 200 Gramm schweres Lot. Über den Ast, der am weitesten in den Weg ragte, wurde nun die Schnur sachte samt Gewicht geführt und dieses abgelassen. Nun konnte die Hühnerleiter samt angeschlossener Loop nach oben gezogen werden. Der Rest der Loop lag freilich noch auf dem Boden.

Also nutze ich den Mast ein weiteres Mal, indem ich die Loop in das Y Stück am Mast legte und diesen in einen etwa 13 Meter entfernten Baum einhang. Anschließend wurde die Wegstrecke vom Speisepunkt zu diesem Punkt gestrafft. Nun nutzte ich das Y Stück samt Mast abermals, um die dritte Ecke aufzubauen. Das die Bäume jeweils im Dreieck mit 13 Meter Abstand zueinander stehen, ist ja bekanntlich eher unwahrscheinlich. Also ist der Spiderbeam nun mein dritter Baum, mit dem ich das Konstrukt in optimaler Spannung in die Luft schiebe.
Für den geneigten Leser mag das abenteuerlich klingen, es ist aber eine Arbeit von um und bei 10 Minuten. Und die lohnen. Die Loop lässt sich von 40 - 10m anpassen und spielt hervorragend auf kurzen Distanzen. Tolle QSOs stellten sich ein. Neben einem sehr angenehmen QSO mit Oystein LA7CFA sprach ich auch lange mit Tony G6YPK, der portabel mit 2 Watt sendete. Trotz der geringen Leistung sprachen wir fast 40 Minuten miteinander.
Nachdem ich eine Stunde mit 50W sendete, nutzte die die übrigen 90 Minuten 100W. Meine Startspannung am LiPo betrug 12,6V, wobei ich zum Ende meiner Aktivität noch 11,6V im Köcher hatte. Eine gute Stunde 100W wären also noch möglich gewesen.
Damit war die Kurzaktivität wieder ein gelungener Ausflug und ermunterte zu weiteren Touren. Der KX3 samt KXPA ist einfach ein unschlagbares Ensemble, das aber bei mir vor allem deshalb so gut passt, weil der Akku ein knappes Kilo wiegt und damit mein Fahrrad nicht überlastet.

Montag, 22. Mai 2017

KiwiSDR - Remote RX im Betrieb

Die SDR-Technik ist nicht mehr aufzuhalten. Empfangsqualität, die vor 10 Jahren noch sehr teuer war, lässt sich heute preiswert und mit erstaunlichen Add Ons versehen. Der jüngste Sproß, für den ich mich begeistern konnte, ist der KiwiSDR, der jedoch nur übergangsweise bei mir beheimatet ist. Ziel soll es sein, die AG Schulfunk in Hamburg für das Projekt zu begeistern, um den SWL-Nachwuchs auch mit den modernsten Entwicklungen rund um den Amateurfunk zu motivieren.
Dieser kleine Empfänger ist etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel und umfasst neben dem SDR auch einen Webserver. Damit ist es möglich, nicht nur zu empfangen, sondern den Empfang auch mit anderen Nutzern zu teilen. Bis zu vier Nutzer können sich über das Internet simultan auf den Kiwi schalten und von einander unabhängig lauschen.
Auf das Lauschen allein begrenzt sich der Kiwi jedoch lange nicht. Die Eingabemaske wird auf allen gängigen Webbrowsern vom Smartphone, über das Tablet bis hin zum PC dargestellt und erfordert keine zusätzliche Installation. In dem überall optisch gleichen User Interface ist z.B. auch ein WSPR PlugIn integriert, sodass auch auch hier ein Monitoring stattfinden kann (s.u. links)
Der Aufbau des Kiwi ist simpel. Zugegeben wirkt das Gehäuse eher suboptimal, da es von Kunststoffnieten zusammengehalten wird. Ein kleines 5A Netzteil mit Dauerläufer-Qualitäten empfiehlt sich zum Betrieb, wobei ich mich für ein kleines Meanwell Netzteil entschloss.
Als nächster Schritt ist der Kiwi noch in das heimische WAN zu integrieren, was aber mithilfe der online abrufbaren Unterstützung nach "wenigen" Stunden funktionierte. Da ich im Keller über keinen LAN Anschluss verfüge, gelang es doch tatsächlich, über einen FritzRepeater eine funktionierende Verbindung von der internen IP zur Public IP zu generieren:
Zuletzt muss nur noch eine HF-Antenne angeschlossen werden, die GPS-Antenne ist bereits im Lieferumfang enthalten und bietet eine sehr gute Zeitbasis. Als Antenne nutze ich in Zittau aktuell eine 84m Drahtschleife:
Zu sehen ist der Kiwi hier: KIWI SDR . Mittels click auf den Link können sich vier Benutzer gleichzeitig auf dem Kiwi tummeln. Eine Übersicht an weiter verfügbaren Kiwis und RTL Sticks, die über das Internet angewählt werden können, findet sich hier: www.sdr.hu .

Mittwoch, 3. Mai 2017

LiPo Akku für KX3 und KXPA

Seit mittlerweile vielen Jahren nutze ich beim Funken im /portabel Betrieb die bewährte Technik der Bleigelakkumulatoren. Diese Akkus haben den Vorteil, dass sie in der Beschaffung recht günstig sind und grundsätzlich eine hohe Kapazität zur Verfügung stellen. Darüber hinaus betreibe ich einige meiner Bleigelakkus bei entsprechender Pflege seit mehr als fünf Jahren ohne Probleme (z.B. Yuasa 17 Ah).
Der eindeutige Nachteil von Bleigelakkus liegt im Gewicht. Bezogen auf die Kapazität von 17 Ah muss mit etwa 6 Kg Gewicht gerechnet werden. Damit ist ein solcher Akku in der Regel oft so schwer oder gar schwerer als der Rest der portablen Funkstation. Das Missverhältnis fällt bei Elecrafts Kleingeräten KX3 und KX2 natürlich besonders ungünstig aus.

Als Lösung aus heutiger Sicht ergibt sich der Einsatz von Li-Akkumulatoren. Hier gibt es verschiedene Technologien, z.B. jene mit LiFePO4 oder LiPo. Zwar bieten LiFePO4 Akkus eine Nennspannung von 12 V, allerdings ist ihr Gewicht wiederum höher, als jenes von LiPo Akkus. Letztere verfügen allerdings über eine Nennspannung von lediglich 11,1 V. Insofern wird die Frage, welcher Akkutyp passend ist, vor allem vom verwendeten Equipment beantwortet. Transceiver wie der FT857 benötigen eine Spannung von eher 12 als 11 V, um bestimmungsgemäß zu funktionieren. Hinsichtlich der Nennspannung muss jedoch angemerkt werden, dass die Ladeschlussspannung des LiPo Akkus bei 12,4 V liegt. Das ist auch der Grund, warum ich die Bauart mit 3 Zellen bevorzuge, da ein 4 Zellen Modell eine Nennspannung von 14,8 V aufweist und damit eine Ladeschlussspannung bietet, die deutlich über 15 V liegt und somit einen Spannungswandler oder das temporäre Eischleifen einer Diode erfordert.
Da der KX3 sowie die KXPA 100 mit 11 V noch zuverlässig arbeiten und ich den Aufwand einer Spannungsanpassung scheute, fiel meine Wahl auf ein 3 Zellen Modell mit 11,1 V bei 16.000 mAh und lediglich 1000g Gewicht. Dieser Akku verfügt neben dem klassischen Plus- und Minuspol auch für den Anschluss eines Balancers. Dieser ist notwendig , weil der Ladeprozess bei LiPo Akkus doch komplexer als bei Bleigelakkus ist. Der Balancer wird an ein entsprechendes Ladegerät angeschlossen und sorgt dafür, dass alle 3 Zellen dieselbe Spannung am Ende des Ladevorgangs aufweisen.
Als Ladegerät habe ich ein Junsi iCharger 208B beschafft, das in der Lage ist, bis zu 8 Zellen mit einem entsprechenden Balancerboard zu laden. Abhängig vom genutzten Netzteil (ja, dieses ist zusätzlich notwendig) kann der Ladestrom bis zu 30 A betragen.
Ähnlich wie bei Bleigel Akkus ist das Thema Pflege auch bei LiPos wichtig. Neben einem sorgsamen Umgang, was insbesondere mechanische Einwirkungen betrifft, ist es zudem wichtig, die Akkus ab einer Dauer von 1 - 2 Tagen auf eine Lagerspannung zu laden oder zu entladen. Diese beträgt bei LiPos 3,85V pro Zelle. Der Junsi hat hierfür ein das Programm STORAGE und stellt die entsprechende Spannung zuverlässig ein. Wird der Akku benötigt, so kann dieser in der Regel mit 1C, also in meinem Fall mit 16 A Ladestrom auf die Ladeschlussspannung gebracht werden. Ein weiterer Punkt betrifft das tiefe Entladen. Die Spannung pro Zelle sollte keinesfalls unter 3,3 V sinken. Insofern ist eine Spannungsanzeige, wie beim KX3 implementiert, sehr zweckmäßig, um bei spätestens 10 V den Betrieb einzustellen.
Im praktischen Betrieb kann ich etwa 2h ambitioniert SSB mit 100W aus der KXPA 100 senden. Dann ist die Spannung von 12,4 V auf etwa 11,5 V abgesunken. Für weitere 2 h lässt sich der Betrieb mit 50W fortführen. Dies war das Ergebnis nach dem ersten Test und muss sicher langfristig genauer betrachtet werden.

Sonntag, 9. April 2017

Yaesu FTM-100DE - portabel auf dem Fahrrad

Kaum sind die Temperaturen wieder angenehm, zieht es mich wieder nach außerhalb. Zwar war ich dieses Jahr noch nicht auf Kurzwelle portabel qrv, doch auf UKW folgte heute der Auftakt. Hierfür gab es auch eine Erweiterung in der heimischen Station, indem ich mir vor 3 Wochen einen FTM-100 zulegte.

Der Kauf hatte verschiedene Gründe. Da ich auf UKW FM recht abstinent war, wollte ich etwas mehr Verbindung zu den Funkamateuren im Alten Land halten. Dazu kam, dass mich auch die digitalen Modi auf UKW interessierten und ich C4FM aufgrund der schon ausgeklügelten Marketing-Strategie von Yaesu für eine durchaus zukunftsfähige Sendeart halte. Weiterhin war mir wichtig, auch wieder in APRS qrv zu sein und das mit möglichst wenig Aufwand. Mit Grauen erinnere ich mich an mein TMD-710 mit serieller GPS-Maus und der damit einhergehenden Kabelage. Der letzte für mich entscheidende Punkt war der Preis. D-Star hätte ich ebenfalls interessant gefunden, nur war mir die Preispolitik seitens Icom schlichtweg zu teuer.

Nachdem Auspacken war mein erster Eindruck positiv. Es gibt nämlich anbei einen Display-Halter und ein Verlängerungskabel für den abgesetzten Betrieb. Die Verarbeitung vom Gerät ist in weiten Teilen in Ordnung, insofern passen Preis und Leistung in jedem Fall. Schade finde ich bis dato, dass sich das Mikrofon nicht am Bedienteil anschließen lässt, was den Absetzgedanken doch nachhaltig schmälert. Weiterhin ist es leider auch nicht möglich, parallel APRS und Sprechfunk zu betreiben, wie es seinerzeit bei meinem Kenwood der Fall war. Dafür aber kostet der Yaesu auch nur einen Bruchteil.
Hinsichtlich der Einsatzmöglichkeiten bei dem kleinen Gerät gibt es kaum Grenzen. Neben dem klassischen Betrieb in der Station plane ich, den Yaesu im Sommer auch auf dem Boot auf der Elbe zu nutzen. Eine weitere schöne Sache ist es, den FTM-100 auf dem Fahrrad zu nutzen.
Hierzu montierte ich mir eine Diamond NR-770 auf dem Anhänger für meinen Sohn, in welchem sich auch Platz für das Kerngerät samt 17Ah Akku fand.
Das Bedienteil fand ergonomisch angeordnet Platz am Lenker. Damit ist zwar kein Sprechfunk während der Fahrt möglich, da das Mikrofon zu weit entfernt ist, aber der APRS Betrieb geht wunderbar. Werden Pausen eingelegt, so kann natürlich bequem auf den einzelnen Frequenzen gefunkt werden. Das Absetzkabel lässt sich übrigens mittels wieder verschließbarer Kabelbinder in wenigen Minuten sicher fixieren.
Nach den ersten Wochen habe ich meine Kaufentscheidung nicht bereut. Das Funkgerät erfüllt alle gewünschten Zwecke, die Bedienung ist nachvollziehbar und auch Betrieb in C4FM ist eine neue wie interessante Erfahrung. Auf 145,400 MHz treffen sich zudem täglich die Funkamateure des Alten Landes und des Raumes Stade, sodass Funkspaß regelmäßig garantiert ist.

Montag, 20. Februar 2017

WSPR auf 630m - Aktivantenne & OB9-5 am Anan 200d

Wie sich die Zuteilung der knappen Ressource Frequenz über nunmehr einhundert Jahre entwickelt hat, ist faszinierend. Wurden zu Beginn der Ära, die um den Äther kreiste, hohe Frequenzen als nutzlos erachtet, so dauerte es nicht lange, bis die Forschung den Gegenbeweis lieferte. Megahertz um Megahertz wurde so zunehmend institutionell dominiert oder kommerziell kapitalisiert. Für den Amateurfunk blieben in der Regel dann nur noch Restbereiche, wo sich zuvor allerlei Experimentalfunk tummeln konnte. Doch seitdem die unteren Frequenzen nach jahrzehntelanger intensiver Nutzung an Bedeutung verlieren, setzt eine gewisse Gegenbewegung ein. Nicht nur das 137KHz Band ist den Funkamateuren zugesprochen worden, auch ein Teil der Mittelwelle um 475KHz darf seit einiger Zeit wieder durch uns sendeseitig genutzt werden.
Seit einiger Zeit interessiert mich dieser Frequenzbereich, da ich hier in meiner Jugend bereits viele Höreindrücke gesammlet hatte. Den Bereich um 137KHz verwarf ich, da der Aufwand doch recht hoch ist, bedenkt man eines Tages auf dem Band auch senden zu wollen. Da das 630m Band auch bereits unter den WSPR Usern fest erschlossen worden ist, lege ich derzeit auf diesen Bereich mein Aufenmerk.
Für mich steht zunächst einmal der reine Bakenempfang im Fokus. Der Anan 200d ist hierzu aufgrund seiner hervorragenden Empfänger insbesondere geeignet. Mit 2 ADC besteht die Möglichkeit, WSPR Signale zeitgleich an zwei verschiedenen Antenne zu empfangen.
Als Antenne verwende ich einerseits eine PA0NHC Aktivantenne, die ich bei http://transverters-store.com via eBay in der Ukraine geordert habe. Die zweite Antenne, und das ist schon erstaunlich, bildet mein Optibeam OB9-5. Obwohl die Antenne für die höheren Kurzwellenbänder spezifiziert ist, empfängt der Beam auf 630m sehr gut.
Nachdem ich die Anlage mehrere Nächte am Wochenende habe laufen lassen, ergibt sich stets ein 3 bis 4 dB geringeres Signal der empfangenen WSPR Baken an der Aktivantenne im Vergleich zum Beam. Was jedoch auffällt ist, dass der Signal-Rauschabstand bei der Aktivantenne deutlich besser ausfällt, als beim Optibeam. Insofern gelang es mir bis dato mit der Aktivantenne, nahezu so viele Stationen in WSPR zu decodieren, wie mit dem Beam. Nur in Grenzsituationen entscheiden die 3 bis 4 dB über hören oder nicht hören. So konnte ich mit dem Beam bereits zwei Stationen aus den USA empfangen, was mir mit der Mini Whip nicht gelang.
Einen zeitgleichen Empfangseindruck vermittelt das folgende Bild:

Insgesamt komme ich zum Ergebnis, dass bereits der Empfang auf 630m beeindruckend ist. Bedenkt man den Aufwand, den einige OM weltweit betreiben müssen, um vielleicht ein halbes oder ein Watt EIRP abstrahlen zu können. Der Anan 200d ist in jedem Fall ein sehr guter RX auf Mittelwelle, auch wenn er hierfür keine spezifizierten Filter bietet. Sicherlich lässt sich der Empfang weiter optimieren, da der Anan es zulässt, ein manuelles Filter per BNC Stecker rückseitig in den Empfangskreis einzubinden.

Im nächsten Schritt, und das wird dauern, soll der Anan auch auf 630m auf Sendung gehen. Sendeseitig stellt der Frequenzbereich kein Problem für den Anan dar. Nur eignen sich weder die Whip noch der Beam als Sendeantennen. Den Beam bekomme ich am Tuner auf etwa 1:3 SWR angepasst, was mit mit enormen Verlusten verbunden ist und demnach kaum Aussicht auf Erfolg hat. Insofern muss absehbar ein ausgedientes Gartenfass zum Variometer umgebaut werden...

Freitag, 3. Februar 2017

Als das Postamt noch den Radioempfang genehmigte...

Als das Radio in den 1920er Jahren als Unterhaltungsmedium zunehmend in Erscheinung trat, war es keineswegs so, dass ein jeder am Rundfunk teilnehmen durfte. Vielmehr war es zu dieser Zeit notwendig, über eine entsprechende Genehmigung des zuständigen Postamtes zu verfügen. Dieses Postamt war im Weiteren auch dafür zuständig, die Genehmigungsgebühr monatlich einzuziehen. Wenngleich seinerzeit noch niemand an eine GEZ gedacht hat, eine Parallele entsteht heutzutage im Kopf sehr schnell.
Vor wenigen Tagen konnte ich eine solche Genehmigung aus Breslau vom Postamt 5 für einen kleinen Obolus erstehen. Vielleicht kann jemand zum Rundfunkteilnehmer Herbert Heidenreich von der Seydlitzstraße oder vom genehmigenden Beamten Friedrich Wilhelm Vogt noch etwas mitteilen?
Anbei ein Stück Geschichte, dass ich mir in einem kleinen Rahmen als Erinnerung an die Wand hängen werde:
Neben der Genehmigung gab es seinerzeit natürlich auch ein Hinweisblatt mit Auflagen, was beim Empfang zu beachten war:
Und auch die abschließende Genehmigung von Herrn Vogt möchte ich nicht vorenthalten:

Montag, 2. Januar 2017

144-MHz-Transverter vom Funkamateur

Bereits seit einem knappen Jahr befasse ich mich immer mal wieder mit dem Thema Transverter für 2m. Gestartet bin ich im vergangenen Jahr mit den preisgünstigen Bausätzen aus der Ukraine, die auf eBay angeboten werden. Leider ist es so, dass der verwendete Eintaktmischer eher dem technischen Niveau der 70er Jahre entspricht und bei 10W Output kaum die gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich der geforderten Nebenwellen-Unterdrückung erreichen kann. Problemlos sind mit dem 60$-Kit aber Basteleien möglich, die ich in vorangegangenen Artikeln beschrieben habe.
Um das Thema 2m auf etwas professionellere Beine zu stellen, kam Mitte des vergangen Jahres die Ankündigung von der Fachzeitschrift Funkamateur, eine Serie von Bausätzen für UKW, jeweils basierend auf erprobten Designs von DC8RI, auf den Weg zu bringen. Als early bird folgte seinerzeit meine Bestellung umgehend, da 320€ schon ein gewichtiges Argument waren, vergleicht man die Preise für alternative Transverterlösungen.
Der Bausatz wird gut sortiert geliefert, wobei eine sehr ausführliche Baumappe ebenfalls enthalten ist. Die Baumappe ist nicht nur schriftlich verfasst, sondern gibt auch bei etwas komplexeren Schritten bebilderte Hinweise. Zudem empfand ich es sehr positiv, dass als Messmittel für den Aufbau keine aufwendigen Messgeräte erforderlich sind. Lediglich die Werkzeuge, die der Standard-OM zur Verfügung hat, werden auch tatsächlich benötigt.
Der Aufbau selbst ist nach Durchsehen der Baumappe per se kein Problem. Klassisch wird ein bedrahtetes Bauelement nach dem anderen eingesetzt, wobei die Bauelemente in SMD-Norm bereits ihren Platz auf der Platine werksseitig gefunden haben. Bereits ab den ersten Bauschritten werden immer wieder Messungen der Stromstärke vorgenommen, um zu ermitteln, ob die eben fertiggestellte Baugruppe auch ordnungsgemäß funktioniert.
An einer Stelle sollte unbedingt Obacht gegeben werden. Was der Transverter in keinem Fall verzeiht, ist ein Eingangssignal ohne, dass eine PTT-Tastung erfolgt. Dies führt leider unweigerlich dazu, dass der RX-Kreis Schaden nimmt. Durch eine Unachtsamkeit passierte mir dies, wobei ich es nicht zweifelsfrei im Nachgang erkennen konnte. Ein sicheres Zeichen ist es jedoch, wenn ein nahegelegenes Relais, das eigentlich 59+ bringen sollte, plötzlich nur noch mit 54 zu hören ist...
Ich nutzte diesen Anlass, um auch einmal den Support des Funkamateurs zu nutzen und bat neben der Reparatur, auch um ein professionelles Einmessen des Transverters. Nach einer kurzen Wartezeit bekam ich dann meinen Transverter wie gewünscht zurück und lege seitdem besonderen Wert auf die PTT-Tastung.
Was mache ich mit dem guten Stück eigentlich? Aktuell betreibe ich als Antenne eine Diamond X30 daran und den Elecraft KX3 als Treiber. Mit diesem Aufbau kann ich die umliegende Relaiswelt mitverfolgen und ein wenig in APRS schauen. Diese Anwendung ist jedoch gelinde gesagt Perlen vor die Säue. Im Frühjahr wird eine Langyagi in 14m Höhe montiert, eine kleine VHF-PA dazwischen geschaltet und dann einmal geschaut, was der SSB-Teil auf 2m so zu bieten hat. Als Treiber werde ich dann den Anan 200d oder den KX3 verwenden. Ich werde berichten...